Manche haben sie gern, andere können es kaum erwarten, sie hinter sich zu lassen – gemeint ist die Schulbank. In einer umfangreichen Sonderausstellung beleuchtet das Museum Herisau, wie sich das kantonale Bildungswesen von 1800 bis heute verändert hat. Zu sehen sind Notenbücher, Lehrmittel und Probeschriften, mit denen Schüler:innen ihre Schreibkenntnisse unter Beweis stellten. Daneben kommen Zeitzeug:innen unterschiedlichen Alters zu Wort: Die älteste Person, die sich am Oral-History-Projekt beteiligt und ihre Schulerfahrungen teilt, ist heute 102 Jahre alt.
Eine Zeitreise durch 200 Jahre Schule im Museum Herisau
Die Sonderausstellung «Vom Tafelbild zum Touchscreen» zeigt, wie sich Schule und Gesellschaft gemeinsam verändert haben.
Vom Tafelbild zum Touchscreen
Die kantonale Schulordnung von 1805 legte den Grundstein für die Entwicklung der Volksschule, wie wir sie heute kennen. Seither haben sich Schulstrukturen, Lehrmethoden und Lernmittel kontinuierlich verändert und weiterentwickelt. Die Sonderausstellung «Vom Tafelbild zum Touchscreen – Bildung in Appenzell Ausserrhoden seit 1800» im Museum Herisau zeichnet diese Entwicklung nach. Anhand von Tafelbildern, Lehrmitteln, Dokumenten und weiteren Exponaten zeigt sie, wie sich pädagogische Ansätze, Unterrichtsformen und Schulstrukturen im Kontext gesellschaftlicher, politischer, kultureller und technischer Veränderungen gewandelt haben.
Schule als Spiegel der Gesellschaft
Die Ausstellung betrachtet Schule nicht nur als Ort des Lernens, sondern auch als Ausdruck gesellschaftlicher Entwicklungen. Die Exponate veranschaulichen unter anderem demografische Veränderungen, während Berichte von Zeitzeug persönliche Einblicke in den Schulalltag verschiedener Epochen vermitteln. Besuchende sind zudem eingeladen, selbst aktiv zu werden und historische Schreibtechniken auszuprobieren. Im Herbst 2026 erscheint ein Begleitbuch zur Ausstellung. Ergänzend dazu finden verschiedene Begleitveranstaltungen statt. (Museum Herisau)