Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Trachtenvereinigung Appenzell Ausserrhoden zeigt die Sonderausstellung im Appenzeller Brauchtumsmuseum in Urnäsch eine bunte Auswahl an Trachten aus der Region. Sie beleuchtet nicht nur die Entwicklung, den Wandel und die Wiederentdeckung dieses bedeutenden Kulturguts, sondern gibt auch Einblicke in die Entstehung und Herstellung der Trachten. Damit vermittelt die Ausstellung einen Überblick über die Geschichte der Ausserrhoder Trachten und ihre handwerkliche Ausführung.
Trachten – Mehr als Tradition?
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In Stoff verwobene Traditionen
Trachten vermitteln Beständigkeit und Tradition. Ursprünglich waren sie alltägliche Kleidung, die regionale Unterschiede sichtbar macht. Ab etwa 1770 entstanden in der ganzen Schweiz Orts- und Regionaltrachten, die bis gegen 1880 die bäuerliche Bekleidung prägten. Mit der Industrialisierung und gesellschaftlichen Veränderungen verloren sie zunehmend an Bedeutung und verschwanden bis ins frühe 20. Jahrhundert beinahe vollständig aus dem Alltag. Mit der Gründung von Trachtenvereinigungen ab 1925 erlebten die Trachten eine bewusste Wiederbelebung. Ein bedeutendes Beispiel dieser Entwicklung ist die Ausserrhoder Fest- und Sonntagstracht. Sie entstand 1925 nach einem Entwurf des Herisauer Zeichners und Illustrators Paul Tanner und gilt heute als wichtiges Kulturgut.