Jagten die Neandertaler im Toggenburg wirklich Höhlenbären? Altsteinzeitforscher Emil Bächler war davon überzeugt. Bei seiner spektakulären und methodisch fortschrittlichen Grabung fand er nicht nur zahlreiche Knochen dieser grossen und gefährlichen Tiere, sondern auch die ältesten Steinwerkzeuge im Kanton St. Gallen. Noch heute beschäftigen Bächlers Funde die Archäologie.
DEM NEANDERTALER AUF DER SPUR – Eine Zeitreise im Toggenburger Museum
- Publiziert am 6. November 2026
Bärenjäger im Toggenburg
Emil Bächler (1868–1950), geboren in Frauenfeld, studierte Literatur und Geschichte an der Universität Neuenburg sowie Naturwissenschaften, insbesondere Geologie, an der Universität Zürich. Bekannt wurde er als Pionier der Höhlenforschung durch seine bedeutenden Ausgrabungen und Funde in den Ostschweizer Höhlen Wildkirchli, Drachenloch und Wildenmannlisloch. 47 Jahre lang, von 1902 bis 1949, wirkte er als Konservator am Naturhistorischen Museum St. Gallen. Zudem war er 1907 Mitbegründer der Schweizerischen Gesellschaft für Urgeschichte und setzte sich für den Naturschutz sowie die Wiederansiedlung des Steinbocks in den Schweizer Alpen ein. Mit seinen Forschungen leistete Bächler einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Urgeschichte der Schweiz. Trotz seiner grossen Verdienste und seiner Pionierarbeit wurden einige seiner wissenschaftlichen Deutungen durch spätere Forschungen widerlegt: Seine Annahme eines eigenständigen «Alpinen Paläolithikums» sowie eines Bärenkults und auf Bärenjagd spezialisierten Menschen in den Höhlen gilt heute als überholt.