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Ausserrhodische Kulturstiftung | Werkbeiträge 2018

Acht Kunstschaffende erhalten dieses Jahr einen Ausserrhoder Werkbeitrag. Einer davon ist der Fotograf Ueli Alder. arttv.ch hat ihn besucht.

Die Ausserrhodische Kulturstiftung hat 2018 Werkbeiträge im Gesamtbetrag von 80'000 Franken in den Sparten Bildende Kunst und Architektur, Musik sowie Literatur, Theater, Tanz gesprochen. Erstmal wurden auch zwei Artist-in-Residence-Stipendien vergeben.

Rund 30 Eingaben prägten den üppigen Werkbeitrags-Jahrgang in der Bildenden Kunst; traditionellerweise weniger zahlreich, aber ebenso qualitätsvoll waren die Bewerbungen in den anderen Sparten.

Preisträger: Kommunikation, Fotografie, Architektur
HR Fricker (Jahrgang 1947) hat seit den 1970er-Jahren mit Mail-Art, Ortsbeschriftungen, Museumsgründungen und zahlreichen anderen Arbeiten internationales Renommee erworben. Ebenso virtuos bespielt er soziale Medien. Der Wandel der Kommunikationsmittel Richtung Digitalisierung fliesst in sein Nachdenken und Vorspuren variantenreich ein. Der Werkbeitrag würdigt Frickers hartnäckiges und fokussiertes Arbeiten, von Trogen vernetzt in alle Welt.

Vielfache Resonanz findet seit Jahren auch das Werk des Fotografen Ueli Alder (1979, siehe Video) – unter anderem mit seinen Bildserien «Wenn d gnueg wiit fort gosch, bisch irgendwenn wieder of em Heeweg», die sich mit Herkunft und Heimat auseinandersetzen. Alder interessiert sich für das gesamte technische Spektrum von der Grossbildkamera bis zu computergenerierten Landschaftsbildern. Die Kulturstiftung würdigt Alders umwerfende Bildfindungen, sein breites Schaffen und seine Risikobereitschaft.

Ilona Schneider (1980) und Michel Eigenschatz bearbeiten in ihrem Bauen Fragestellungen der Verdichtung, der Erhaltung wertvoller Bausubstanz und der städtebaulichen Entwicklung mit Konsequenz. Das Ergebnis sind schlichte Bauten, in denen die Sache und nicht das Architekten-Ego im Vordergrund steht. Der Umbau eines Stalls oder eine Wohnsiedlung stehen beispielhaft für ihren Ansatz. Der Werkbeitrag würdigt die Leistung des Duos, im jeweiligen Kontext Lösungen für Menschen und deren Lebensqualität zu finden.

Preisträger: Gesang, Violine, Klangforschung
«Unbedingt förderungswürdig» lautete die einhellige Einschätzung der jungen Sängerin Joana Obieta (1992, ein arttv Portrait folgt im Frühjahr). Die in Ausserrhoden aufgewachsene Musikerin hat nach ihrer Gesangsausbildung am Berklee College (USA) eine eigenständige Musiksprache gefunden: Weltmusik aus unterschiedlichen Kulturen, mit innerem Feuer und einer charismatischen Stimme. Der Werkbeitrag würdigt ihre Entwicklung und den Mut, sich musikalisch zu positionieren und zu exponieren.

Der in Gais lebende Klangtüftler Sven Bösiger (1956) bewegt sich als Grenzgänger zwischen Grafik und Musik. Er hat sich als eigenwilliger Musiker und Archivar der Klänge der appenzellischen Kultur einen Namen gemacht und ist mit wechselnden Projekten präsent im Kanton. Der Werkbeitrag anerkennt Bösigers singuläre und originelle Arbeit und seinen «langen Atem».

Zum zweiten Mal nach 2004 mit einem Werkbeitrag ausgezeichnet wird schliesslich der Geiger Tobias Preisig (1981). Seine Musik gilt als provokativ und visionär zugleich. Preisig geht als Künstlerpersönlichkeit seinen Weg auf höchstem künstlerischem Level, sowohl was das handwerkliche Können als auch die Intensität seiner Live-Auftritte betrifft. Der Werkbeitrag honoriert die Unbedingtheit und Radikalität seines Schaffens.

Preisträger: Puppenspiel und Szenografie
Mit Kurt Fröhlich (1951) erhält ein Pionier des Figurentheaters einen Werkbeitrag in der Sparte Literatur, Theater, Tanz. Fröhlich ist mit beeindruckender Konstanz seit vier Jahrzehnten an der Arbeit. Die Jury würdigt zum einen sein langjähriges Schaffen und seine Fähigkeit, mit teils einfachsten Bühnen-, Figuren- und Spielmitteln Imaginationen zu erzeugen und Bilder zu «zaubern». Zum andern interessiert, dass Fröhlich an seine Anfänge mit Strassentheater anknüpfen und so noch einmal neue Horizonte eröffnen will.

Ein zweiter Werkbeitrag in dieser Sparte geht an die in Herisau aufgewachsene und heimatberechtigte Theatermacherin Helen Mates de Pratos (1986). Sie arbeitet zeittypisch in wechselnden Kollaborationen und Engagements, hat viel Erfahrung mit Jugendtheater, mit Bühnenbau, mit Figurentheater, ist in der freien Szene tätig neben Engagements am festen Häusern, u.a. dem Theater St.Gallen. Gemäss Jury bearbeitet Helen Prates de Matos gesellschaftlich brisante Themen und schafft dafür eindringliche (Bühnen-) Bilder und Spielkonstellationen.

Artist-in-Residence-Stipendien
Kanton und Kulturstiftung Appenzell Ausserrhoden haben ausserdem bereits im Frühjahr 2018 wiederum zwei Artist-in-Residence-Stipendien vergeben. Die Besonderheit der Ausserrhoder Förderung: Sie lässt den Bewerberinnen und Bewerbern die Wahl des Orts, der ihnen die bestmögliche Inspiration bieten soll. Die Auszeichnung ist verbunden mit der Erwartung, dass Ergebnisse des Ausland-Aufenthalts anschliessend im Kanton präsentiert werden.

Die Teufner Künstlerin und Kulturvermittlerin Gret Zellweger (1945) konnte im polnischen Zakopane die dortige kunsthandwerkliche Tätigkeit und Forschung studieren und Anknüpfungspunkte zur hiesigen Volkskunst herstellen. Der in Gais aufgewachsene und von Walzenhausen gebürtige Künstler Emanuel Geisser (1974) erhält das Stipendium für eine Expedition längs durch Europa. «Transversal Encounter», so der Titel des Projekts, unternimmt eine Recherche zum fragilen Zustand des Kontinents und soll in ein Magazin münden, das Künstlerbuch, Materialsammlung, Forschungsbericht und Fahrtenschreiber in einem ist.

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