Was hat es mit dem in den 1950er-Jahren von Kreuzlingen nach Lübeck verschickten und 2023 wieder aufgetauchten Koffer auf sich? Sind die darin überlieferten Fotografien Zeugnisse einer Fluchtgeschichte zwischen Bodensee und Ostsee? Die Ausstellung erzählt neue Objektgeschichten, auch über Kreuzlingen hinaus, und weckt Forschergeist sowie Entdeckerfreude. Sammlungsstücke des Museums Rosenegg bilden den Auftakt, doch sind alle Bürgerwissenschaftler:innen eingeladen, sich neugierig einzubringen.
Auf Spurensuche mit dem Museum Rosenegg
- Publiziert am 19. Juni 2026
Die Ausstellung «Unerhört unerforscht» macht das Museum erneut zum Stadtlabor und geht den Geschichten hinter den Objekten auf den Grund.
Das Museum Rosenegg befindet sich in einem 1785 errichteten klassizistischen Palais mit einem südlich angefügten Mittelbau aus dem Jahr 1750 und einem vermutlich im 17. Jahrhundert entstandenen Hinterhaus. Zusammen mit dem langgestreckten sogenannten Torggel (Schulgemeinde) und einem stattlichen Riegelbau (Primarschule) umschliessen die Gebäude einen Innenhof mit einer gewaltigen Flatterulme aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Name «Rosenegg» wurde während einer Renovierung um 1900 an der Hauptfassade zur Bärenstrasse entdeckt und dürfte auf die Entstehungszeit zurückgehen. Bauherr war Johann Jakob Bächler (1752‒1802), ein erfolgreicher Exporteur von Wein und Sanitätsmaterial. 1895 erwarb die Schulgemeinde Egelshofen das Ensemble und richtete im Palais Klassenzimmer ein. Bei einer im Frühjahr 1937 in Kreuzlingen durchgeführten Estrich-Entrümpelungsaktion gelangten heimatkundlich wertvolle Gegenstände in den Dachstock. Seit 1938 präsentierte die «Vereinigung Heimatmuseum Kreuzlingen» zahlreiche Objekte im Hinterhaus und erweiterte die Sammlung. 1998 übernahm die Stadt Kreuzlingen den gesamten vorderen Teil der Liegenschaft. Die Stiftung Rosenegg wurde am 1. Januar 1998 gegründet mit dem Zweck der Übernahme und Erneuerung des vormaligen Heimatmuseums sowie der Erhaltung und Nutzung der Gebäude.
Erfolgreiche Fortsetzung
2023/24 wurde unter dem Motto «Sammeln, mitmachen, ausstellen» die Bevölkerung dazu aufgerufen, Kreuzlinger Objekte für die Ausstellung «Stadtlabor» zur Verfügung zu stellen. Ergänzt durch eigene Objekte wurde ein breites Spektrum an Themen sichtbar gemacht und die Vielfalt der Sammlung aufgezeigt. Gleichzeitig wurde im Verlauf des Projekts deutlich, wie vieles noch wenig oder gar nicht erforscht ist. Mit den «neuen Geschichten aus dem Stadtlabor» geht das Museum Rosenegg nun einen Schritt weiter: Es zeigt beeindruckende, berührende und rätselhafte Objekte aus dem Depot sowie Neuzugänge, die den Forschergeist wecken – sowohl den eigenen als auch im Sinne von «Citizen Science» denjenigen der Bürger:innen.