Thomas Hirschhorn (*1957 in Bern) zählt zu den international bedeutenden Schweizer Gegenwartskünstlern. Er ist insbesondere für seine Installationen und sein Engagement für eine breite und nicht-exklusive Öffentlichkeit bekannt. Hirschhorn wuchs in Davos auf und studierte von 1978 bis 1983 an der Kunstgewerbeschule Zürich. 1983 zog er nach Paris, wo er seither lebt. Internationale Bekanntheit erlangte er durch zahlreiche Ausstellungen, unter anderem auf der Biennale von Venedig (1999 und 2015) und der Documenta11 (2002). 2004 sorgte seine Installation «Swiss-Swiss Democracy» im Schweizer Kulturzentrum Paris für eine Kontroverse. Die Arbeit kritisierte die Schweizer Demokratie und provozierte unter anderem mit der Darstellung von Bundesrat Christoph Blocher sowie der Verwendung von Folterbildern aus dem Irak mit Schweizer Kantonswappen. Daraufhin wurden die Mittel von Pro Helvetia um den Betrag ihres Beitrags zur Ausstellung gekürzt. 2013 realisierte Hirschhorn das «Gramsci Monument» in der Bronx in New York. Zu seinen jüngeren Projekten in der Schweiz zählen die «Robert Walser-Sculpture» (2019) in Biel und der «Pavillon Simone Weil» (2026) in Genf. Hirschhorn erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den Prix Marcel Duchamp (2000), den Rolandpreis für Kunst im öffentlichen Raum (2003), den Joseph Beuys-Preis (2004) und den Kurt-Schwitters-Preis (2011).
Das Bündner Kunstmuseum präsentiert mit «My Atlas» eine Ausstellung des Schweizer Künstlers Thomas Hirschhorn. Sie zeigt einen Überblick über sein Schaffen von den 1980er-Jahren bis heute. Im Zentrum der Ausstellung steht das Werk «My Atlas», das einen tiefgehenden Einblick in die Vielschichtigkeit seines Werks eröffnet.
Unter dem Titel «My Atlas» zeigt Thomas Hirschhorn im Bündner Kunstmuseum einen Überblick über sein bisheriges Schaffen: Das Werk My Atlas (2025) ist eine persönliche Interpretation des Konzepts eines Atlas, inspiriert von Aby Warburgs «Mnemosyne Atlas». Es dient als verbindendes Element zwischen den verschiedenen Werken des Künstlers von Anfang der 1980er-Jahre bis heute und zeigt seine vielfältigen Beziehungen und seine künstlerische, soziale und politische Relevanz auf. Die Ausstellung bietet eine einzigartige Gelegenheit, einen tieferen Einblick in die Komplexität von Hirschhorns Schaffen zu gewinnen. Sie wird kuratiert von Stephan Kunz.
