Drei Wochen lang stand auf der Rigi ein Gestein im Mittelpunkt, das den Berg prägt: die Nagelfluh. Das Kunstprojekt «Ode an die Nagelfluh» brachte sechs Kunstschaffende zusammen, die sich auf unterschiedliche Weise mit Oberfläche, Textur, Farbe und Form des Gesteins auseinandersetzten. Im Bergwerk Rigi am Oberen Firstweg und in einem Stollen am Unteren Firstweg entstand ein vielstimmiger Dialog zwischen Kunst, Material und Landschaft.
ODE AN DIE NAGELFLUH – wenn ein Berg zum Kunstwerk wird
Ein Berg wird zum Kunstraum
Im Zentrum des Projekts stand die Nagelfluh – das charakteristische Gestein der Rigi und prägend für ihre Landschaft. Drei Wochen lang wurde das Bergwerk Rigi in Rigi-Kaltbad zum Arbeits- und Ausstellungsort. Sechs Kunstschaffende näherten sich dem Gestein mit unterschiedlichen Techniken, Materialien und Perspektiven. Ein zweiter Ausstellungsort befand sich im Stollen am Unteren Firstweg. Begleitet wurde die Ausstellung von geologischen und botanischen Führungen, Vorträgen und Lesungen. Die Rigi erschien dabei nicht nur als Landschaft, sondern auch als geologisches Archiv, Lebensraum und Inspirationsquelle. Die Kunst lenkte den Blick auf das, was sonst leicht übersehen wird, und schärfte die Wahrnehmung für die unmittelbare Umgebung.
Sechs künstlerische Annäherungen
Wie vielfältig diese Annäherungen ausfallen können, zeigen die sechs künstlerischen Positionen. Im Ausstellungsraum setzten sich Franziska Amstad und Stephanie Berger intensiv mit Oberfläche, Textur und der überraschenden Farbigkeit der Nagelfluh auseinander. Andi Rieser untersuchte die Formenvielfalt der Steinfugen und stellte sie der Landschaft ihrer Fundorte gegenüber – formale Spiegelungen zwischen Gestein und Umgebung. Heidi Ochsner verband Nagelfluh mit ihren Arbeiten aus Schurwolle und brachte damit zwei ganz unterschiedliche Materialien zusammen. Im Stollen zeigte Erhard J. Sigrist eine eigens für die Ausstellung entstandene Videoinstallation. Katrin Odermatt präsentierte dort «Pavements of New York City», eine während ihres Stipendienaufenthalts in New York entstandene Arbeit, in der sie sich mit Fragen der Selbstverortung in der amerikanischen Grossstadt auseinandersetzt.
