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Kunstmuseum Luzern | Erwin Wurm - peace & plenty

Die erste reine Zeichnungs-Ausstellung des bekannten Plastikers Erwin Wurm. | Bis 30. September 2018 verlängert.

Der österreichische Künstler Erwin Wurm gehört zu den Weltstars der zeitgenössischen Kunst. Regelmässig taucht sein Name unter den wichtigsten Kunstschaffenden auf. Sein Humor, sein scharfer Blick auf das Wesentliche, seine kritische Betrachtung der Welt - all dies kommt auch in seinen Zeichnungen zur Geltung. Das Kunstmuseum Luzern zeigt eine Auswahl von rund 600 Zeichnungen, die Erwin Wurm in den letzten Jahren geschaffen hat. Es ist eine Weltpremiere!

Enorme Vielfalt
2015 zeigte Wurm in einer Gruppenausstellung im Kunstmuseum Luzern Anleitungen zu One Minute Sculptures. Damals entstand die Idee zu einem gemeinsamen Projekt: Eine reine Zeichnungsausstellung, begleitet von einer umfangreichen Publikation. Thematisch wie technisch sind die Zeichnungen enorm vielfältig: Bleistift, Farbstift, Kugelschreiber, Wasserfarbe, Collage, mal ganz feine Linien, mal dicke, grosszügige Pinselstriche oder auch Filzstift auf Hochglanzmagazinen. Ob daheim oder auf Reisen, Erwin Wurm zeichnet fast täglich und hält so fest, wohin seine Gedanken schweifen. Dabei arbeitet er mit dem vor Ort verfügbaren Papier, in verschiedenen Qualitäten und Formaten. Der Ausstellungstitel «Peace & Plenty» verweist einerseits auf das gleichnamige Hotel in George Town (Great Exumas/ Bahamas), in dem unzählige Zeichnungen entstanden sind, und andererseits auf die schiere Menge an Werken.

Zeichnerisches Tagebuch
Die Zeichnungen sind Reflexion, Weltkommentar sowie Ideenspeicher und umfassen Erwin Wurms ganzen Werkkosmos. Thematisch gleichen sie einem Tagebuch, tauchen darin doch Menschen auf, mit denen Erwin Wurm in Kontakt ist, Künstlerfreund*innen, die Familie, aber auch Selbstporträts. Skizzen für den österreichischen Pavillon an der Biennale in Venedig 2017 verdeutlichen den Entstehungsprozess der dort gezeigten Arbeiten. Etliche Zeichnungen sind One Minute Sculptures gewidmet: Ein Mann balanciert eine Tube Handcreme auf seiner Nase, ein anderer versucht auf den Armlehnen eines Stuhls zu stehen, während ein dritter so lange ausharrt, bis er nur noch als Skelett an der Wand lehnt («One Minute for Ever»). Natürlich sind auch Reformierungen («Blähungen und Verschnitte») ein Thema und immer wieder Zigaretten («Asthma») und Waffen («Bullets»).

Der Wirklichkeit auf der Spur
Erwin Wurm ist ein scharfer und unsentimentaler Beobachter der Wirklichkeit mit einem Sensorium für Schwachstellen und alltägliche Absurditäten. Die Zeichnungen zeugen von seinem Humor und auch davon, mit welcher Unverfrorenheit der Künstler mit der Welt und sich selbst umgeht. Wobei einem das Lachen oft in der Kehle stecken bleibt, steht Erwin Wurms Blick auf die Welt doch in der Tradition eines bissigen, österreichischen Humors. Situationskomik und prekäre Momente, Träume und Sehnsüchte spiegeln Erwin Wurms Interesse am Menschen mit all seinen Unzulänglichkeiten. Die Quelle seiner Arbeiten ist das Leben selbst, jene gewöhnlichen Dinge und Situationen, die Teil unseres Alltags sind. Dieser enge Bezug zum Lebensalltag und die Direktheit der Bildfindungen, lässt die Werke unmittelbar zu uns sprechen. Sie reflektieren jedoch nicht nur ironisch-kritisch den zeitgenössischen Alltag, sondern auch die Kunstgeschichte. Mit seinen Arbeiten erweitert Erwin Wurm fortlaufend den Skulpturbegriff.

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