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Künstler*innen Portrait | Muda Mathis

Ein Portrait über eine Wegbereiterin, bei der seit über 35 Jahren Performance, Musik und Videokunst zusammengehen

Ihre Kunst ging aus den Jugendunruhen der 80er-Jahre hervor. Damals filmten sie sich und ihre Körper, erkämpften sich Freiräume und pflegten bei Auftritten in besetzten Häusern eine Post-Punk-Attitüde. Muda Mathis und die legendären «Les Reines Prochaines» bespielen seither Kunsträume und Bühnen, zeitweise war auch Pipilotti Rist Teil der Autorinnenband. Beim Atelierbesuch gab Muda Mathis arttv.ch einen Einblick in ihr umfangreiches Schaffen und erzählt von kommenden Projekten.

1959 in Zürich geboren, lebt und arbeitet Muda Mathis heute in Basel. Sie arbeitet in verschiedenen Formationen im Besonderen mit Sus Zwick in den in den Bereichen Performance, Video, Installation und Musik zusammen. Sie besuchte die F+F Schule für experimentelle Gestaltung (Zürich), die Sigurt Leeder School of Dance (Herisau) sowie die Klasse für Audiovisuelle Gestaltung (SfG, Basel). Bekannt geworden ist sie als Mitbegründerin der Performanceband «Les Reines Prochaines» und mit der Produktionsgenossenschaft VIA AudioVideoKunst in Basel. Muda Mathis ist Dozentin an der HGK Basel und nimmt regelmässig an nationalen und internationalen Festivals, TV Ausstrahlungen, Ausstellungen, Performances und Konzerte im In- und Ausland teil.

Vorreitern der Schweizer Videokunst

Muda Mathis gehört zur ersten Generation feministisch motivierter Videokünstlerinnen, die seit Anfang der 1980er-Jahre mit diesem Medium auch inhaltlich neue Wege beschreitet. Bei Mathis ist dies insbesondere eine Infragestellung normativer Vorgaben nicht nur in Bezug auf weibliche Rollenbilder und Schönheitsideale, sondern in Bezug auf Normalität ganz allgemein. Ebenso bedeutsam ist die kollektive Arbeitsweise mit wechselnden künstlerischen und technischen Partnerinnen, die die Ästhetik ihrer Videos wesentlich prägen. (Text: sikart.ch)

Humor, Unsinn und Spiel

Muda Mathis’ Bilderwelten sind durchdrungen von subtil komponierten Klangwelten, werden als Einkanalvideos produziert und bevorzugt orts- und raumbezogen installativ gezeigt, mitunter auch als Kunst am Bau. In den Performances sind Sprachelemente oder Text nur eine Komponente neben Handlungsfragmenten, Gesang, Tanz oder Licht. In «Sieben Monumente für Annie Sprinkle» (2008) formt sie mittels einer Regentonne, einem Brett, einem Barhocker sowie ein paar weiteren Alltagsgegenständen wechselnde skulpturale Konstellationen und referiert dabei schwärmerisch über die amerikanische Performancekünstlerin und ehemalige Pornodarstellerin, die als eine der bekanntesten Vertreterinnen des sogenannten Sex-positiven-Feminismus gilt. Nicht die Entwicklung und Vorführung von Virtuosität schwebt Muda Mathis in ihren Performances vor, sondern eine durch Humor, Unsinn und Spiel initiierte Verwandlung des Gegebenen in eine Welt der Autonomie und Sinnlichkeit. (Text: sikart.ch)

Arbeit im Kollektiv

Die Autorinnenband «Les Reines Prochaines» wurde in Basel gegründet und tourt seit über 30 Jahre in wechselnder Besetzung durch die Landen. Ihre Konzertprogramme haben Kultcharakter. Über die ganze Ära gab es zehn «Reines» (Michele Fuchs, Barbara Naegelin, Sibylle Hauert, Gaby Streiff, Regina Florida Schmid, Pipilotti Rist und Teresa Alonso) die aktuelle Besetzung besteht aus Fränzi Madörin, Muda Mathis und Sus Zwick, immer wieder arbeitet die Band projektweise mit anderen Künstlerinnen*- und Musikerinnen* und Kollektiven, wie mit der Filmemacherin Nathalie Percillier, dem Performance Kollektiv, Evi Nic und C. oder dem Manifest grosser und angesehener Künstlerinnen, zusammen. In grosser Besetzung als Les Reines Prochaines and Friends* produzierten sie zuletzt zwei Theaterprojekte, «Let’s sing Arbeiterin*» (2018/19) ein diskursive Revue, für die Kaserne Basel, Gessneralle Zürich und Tojo Bern. 2020 realisieren sie am Theater Basel die musikalische Revue (Theaterperformance Musikshow ) «Alte Tiere hochgestapelt».

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