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Haus für Kunst Uri | Urner Werk- und Förderausstellung 2018

Singen als Muttersprache, Berglandschaften als Selbstportraits und der Herzschlag New Yorks. All das bietet die Urner Kunst.

Seit 1982 vergibt die Urner Kunst- und Kulturstiftung Uri Ausland-Ateliers, das Urner Werkjahr und Förderungsbeiträge. Mit einer öffentlichen Ausstellung und der Präsentation der Werk- und Förderungsarbeiten im Haus für Kunst Uri zeigt die Stiftung der Bevölkerung jedes Jahr das aktuelle kreative Schaffen. An der Übergabefeier der Werk- und Förderungsausstellung und beim Apéro kamen die Besucher*innen in direkten Kontakt mit den Preisträger*innen.

Gewinnerin des Förderbeitrags von 10’000 CHF
Franziska Brücker ist eine Musikerin, die das Singen als ihre «Muttersprache» bezeichnet. Ihre experimentelle Soundinstallation «muted memories» verbindet Musik und gesungenen und gesprochenen Text mit einer von Olivier Bucher gestalteten animierten Schrift zu einem vielsinnigen Erlebnis, das dem Auge gestattet, die Struktur des lyrischen Textes und der Komposition unmittelbar mit dem Höreindruck zu sehen. Ohne dabei in ein didaktisches Erklären zu verfallen, ist diese Installation, die die Sparten Musik, Sprache und Bild überschreitet, ein Erlebnis, das Sinnlichkeit genauso erfordert und ermöglicht wie Intellektualität. Doch wie die Grenzen der Ausdruckssprachen sich mischen, so verschieben sich andauernd die Akzente von der spontanen zur reflektierten Wahrnehmung – und auch wieder zurück.

Resultate eines Atelieraufenthalts
Lina Müller und Luca Schenardi lebten und arbeiteten während vier Monaten im Atelier der Zentralschweizer Kantone in New York. Im Vorraum zum Danioth Pavillon vermitteln sie einen Eindruck von der pulsierenden und inspirierenden Weltstadt. Ein Video lässt den Takt der Stadt hören und die Rhythmen der Bilder wahrnehmen, Tische mit von den beiden Künstler-Illustrator*innen als Kunst für den Gebrauch gestalteten Merchandise-Artikeln erzählen von den fancy stores, denen sie auf Schritt und Tritt begegnet sind. Tuschearbeiten nehmen in Fragmenten auf, was sie in ihrer intensiven New Yorker Zeit erlebten, was sich in spontanem Ausdruck niederschlug und ins eigene Arbeiten einfloss. Es ist eine lebendige Bilderchronik, weit weg von Bewältigung und noch fern von jedem Versuch, zu ordnen und abzulegen. Die Fülle wird fortwirken und für lange als Inspiration vorhalten.

Sonderausstellung Konrad Abegg
Von diesem Bild ist der Schritt in die Werkschau von Konrad Abegg im Danioth Pavillon naheliegend. Berge begegnen der Besucher*in auch hier, im kräftigen und expressiven Duktus gemalt. Fels und Wolken, Schnee und Schründe zeigen sich hinter einer lodernden Feuersbrunst, die den Eingang zum Raum verstellt und auf ihrer Rückseite von einer eisigen und urtümlichen Gebirgslandschaft beantwortet wird. Als Landschaften erscheinen diese Szenerien, und doch sind die Bilder von Konrad Abegg keine Landschaftsmalereien. Wie das, werden Sie sich fragen: Sind es nicht Wolken, Gletscher, Firne, Schnee- und Felsflächen? Ja, aber: Auch diese Bilder sind Innenbilder, sind mehr als die Wiedergabe des vom Künstler Gesehenen. Es ist die durch sein Erleben, seine Erinnerungen intensivierte Auseinandersetzung mit einem vertrauten Lebensraum, ist darüber hinaus die Auseinandersetzung mit menschlicher Existenz, mit elementarem Ausgesetztsein. Auch hier spielt Mystisches mit hinein, auch hier ist die Szenerie Schauplatz eines ununterbrochenen Befragens des eigenen Seins – gegenüber der Natur, gegenüber und innerhalb der Gesellschaft. Konrad Abegg gibt einen streng ausgewählten Einblick in sein Schaffen aus fünfzig Jahren. Ein Schaffen, das die Konstanten ebenso kennt wie die Fortentwicklung, das sich in einem steten Fluss zeigt und als unaufhörliche künstlerische Gestaltung von Erlebtem und Erdachtem. Kleine Hinweise, wie diese künstlerische Arbeit vor sich geht, woraus sie entsteht, geben die in Vitrinen ausgelegten Blätter, auf denen die Bilder und Skizzen manchmal von Texten begleitet sind. In ihnen sind Beobachtungen und Reflexionen festgehalten – oder auch Träume. Ist der Ausschnitt aus Konrad Abeggs Schaffen auch begrenzt, so stellt diese Auswahl doch einen reichen Kosmos dar, der mehr gibt als einen flüchtigen Ausdruck eines impulsiven Erlebens ebenso wie kontinuierlichen Gestaltens.

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