Fondation Beyeler Riehen/Basel | Jean Dubuffet

EIne Landschaft konnte sich bei Jean Dubuffet (1901–1985) in Körper, Gesicht und Objekt verwandeln. Es gelang ihm, sich von überkommenen Traditionen zu befreien und die Kunst neu zu erfinden. Die Fondation Beyeler widmet Dubuffet die erste grosse Retrospektive im 21. Jahrhundert in der Schweiz.

Inspiriert von Aussenseitern
Jean Dubuffet gehört zu den prägenden Künstlern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Inspiriert von den Werken künstlerischer Aussenseiter, gelang es ihm, sich von überkommenen Traditionen zu befreien und die Kunst gleichsam neu zu erfinden. Der französische Maler, Bildhauer und Schriftsteller entwickelte seine Kunst aus den spontanen Bildern von Kindern und Geisteskranken. Die 1948 von ihm mitbegründete Compagnie de l’Art brut propagierte eine Kunst jenseits gängiger ästhetischer Normen und akademischer Ausbildung.

Einzigartiger Bildkosmos
Die Fondation Beyeler widmet Jean Dubuffet eine grosse Retrospektive mit rund hundert bedeutenden Gemälden und Skulpturen aus all seinen Schaffensphasen. Dabei geht die Schau von Dubuffets faszinierender Vorstellung von Landschaft aus, die sich bei ihm auch in Körper, Gesichter und Objekte verwandeln kann. Das Porträt, der weibliche Akt oder das Stillleben werden zu lebendigen Landschaften. In seinem Werk experimentiert der Künstler mit neuen Techniken und Materialien wie Sand, Schmetterlingsflügeln, Schwämmen und Schlacke, um daraus ein ganz eigenes und einzigartiges Bilduniversum zu schaffen. Alles Normative wollte er aufsprengen und propagierte eine rohe, unangepasste Kunst. Dubuffets Einfluss ist in der zeitgenössischen Kunst und Street Art zu spüren, beispielsweise bei David Hockney, Jean-Michel Basquiat, Keith Haring oder Ugo Rondinone.

Ein Gesamtkunstwerk
Neben bedeutenden Gemälden und Skulpturen aus allen wichtigen Schaffensphasen des Künstlers zeigt die Ausstellung Dubuffets spektakuläres Gesamtkunstwerk Coucou Bazar, in dem Malerei, Skulptur, Theater, Tanz und Musik zusammenfinden.. Die Ausstellung wird mit Leihgaben aus internationalen Museen und Privatsammlungen sowie von der Fondation Dubuffet in Paris grosszügig unterstützt.

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