Cartoonmuseum Basel | Joe Sacco – Comicreporter

Joe Sacco kämpft gegen das Leid auf der Welt. Seine Waffe: Ein Zeichenstift. Mit seinen Comics schafft er Atmosphären, die weit über reale Bilder hinausreichen. Das Cartoonmuseum Basel zeigt mit über hundertfünfzig Originalen einen Querschnitt durch sein Werk.

Comics aus Krisengebieten
Der in den USA lebende maltesische Journalist und Zeichner Joe Sacco (*1960) hat das Genre der gezeichneten Reportage wiederbelebt, weiterentwickelt und perfektioniert. Er gilt als einer der weltweit bedeutendsten Vertreter des «Comics Journalism». Seine Comics aus Krisengebieten gewähren einen vertieften Einblick in Regionen der Welt, in denen Ausgrenzung, Hass, Verfolgung und Krieg an der Tagesordnung waren oder noch sind. Sie verleihen Menschen, die unter gewaltsamen Konflikten leiden, eine Stimme und ermöglichen Verständnis und Anteilnahme.

Comic und Ehrlichkeit
Joe Sacco arbeitet ganz bewusst mit dem Genre Comic. Während der Roman oft Nabelschau betreibe und sich in Innenansichten verliere, so Sacco, müsse ein Comic in Bildern erzählen und biete sich somit fürs Dokumentarische an: «Der Comic ist nach aussen orientiert, verbindet aber trotzdem Non-Fiction mit Subjektivität. Kurz: Der Comic kann mehr – auch punkto Ehrlichkeit!»

Recherchen vor Ort
Saccos Comicreportagen nähren sich vor allem aus Gesprächen vor Ort, aber auch aus intensiven Recherchen, Skizzen und Fotos. Der Künstler entwickelt aus Aussagen und Zeugnissen einen Erzählstrang und übersetzt diesen in Bilder, die er mit dem Text verwebt und in eine stimmige Balance bringt. Als Zeichner arbeitet Sacco fast immer schwarz-weiss, die in klaren Linien gehaltenen Figuren sind leicht stilisiert, seine Hintergründe gestaltet er meist realistischer.

Erstmals in Europa
Das Cartoonmuseum Basel zeigt mit über hundertfünfzig Originalen erstmals in Europa einen Querschnitt durch das Werk dieses u. a. mit dem American Book Award, dem Eisner Award und der Guggenheim Fellowship ausgezeichneten Ausnahmekünstlers – von den autobiografischen und politischen Anfängen über die bekannten Comicreportagen «Palästina», «Bosnien» und «Gaza» bis hin zu neuesten satirischen Arbeiten. Ein Highlight sind Originale aus einem wortlosen, berührenden, sieben Meter langen Panorama zur Schlacht an der Somme im Ersten Weltkrieg, das 2014 bei der Edition Moderne, Zürich, erschienen ist.

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