Zwanzig Jahre nach ihren legendären Auftritten als Miranda, Andy, Emily und Nigel kehren Meryl Streep, Anne Hathaway, Emily Blunt und Stanley Tucci zu den Fashion-Hotspots von New York City und in die eleganten Büros des Runway Magazins zurück. Die mit Spannung erwarteten Fortsetzung des Film-Phänomens von 2006, das eine ganze Generation geprägt hat, bleibt aber erstaunlich blass.
THE DEVIL WEARS PRADA 2 – Die Rückkehr der Stars
- Publiziert am 25. April 2026
Zwei Jahrzehnte später sind sie wieder da: Meryl Streep, Anne Hathaway, Emily Blunt und Stanley Tucci
THE DEVIL WEARS PRADA 2 | SYNOPSIS
In der Fortsetzung steht Miranda Priestly vor dem Ende ihrer Karriere, da die klassische Zeitschriftenwelt durch die Digitalisierung ausstirbt. Um ihr Magazin Runway zu retten, muss sie ausgerechnet gegen ihre ehemalige Assistentin Emily Charlton antreten, die inzwischen eine mächtige Managerin in einem Luxuskonzern ist und über die nötigen Werbegelder entscheidet.
Unsere Rubrik: Enttäuschung des Monats
In dieser Rubrik stellen wir Filme vor, die unsere Erwartungen nicht erfüllen konnten. Das bedeutet aber nicht, dass es sich um schlechte Filme handelt – oft sind die Voraussetzungen vielversprechend: ein spannendes Thema, eine starke Besetzung oder eine interessante Idee. Umso grösser ist dann die Enttäuschung, wenn das Potenzial nicht ausgeschöpft wird.
Gleichzeitig gilt: Auch diese Filme finden ihr Publikum. Was uns nicht ganz überzeugt, kann für andere genau das Richtige sein – sei es als unterhaltsamer Zeitvertreib, wegen der Stars oder einfach, weil man genau diese Art von Film sucht.
DER TEUFEL TRÄGT PRADA 2 | REZENSION
Für uns gesehen hat den Film Felix Schenker
Ein Wiedersehen in Designerkleidern
Es gibt Filme, die fühlen sich an wie ein reichhaltiges Menü – und solche, die eher wie ein hübsch angerichteter Snack daherkommen. DER TEUFEL TRÄGT PRADA 2 ist klar Letzteres. Der Film macht Appetit, aber satt wird man nicht. Die Geschichte ist gefällig, leicht konsumierbar und bietet, was man erwartet: schöne Menschen, fantastische Mode und luxuriöse Schauplätze. Das Wiedersehen mit Meryl Streep, Anne Hathaway und Emily Blunt hat dabei ohne Frage seinen Reiz. Es ist ein vertrautes Ensemble, das immer noch funktioniert.
Zwischen Strukturwandel und Stillstand
Der Film versucht sich an grossen Themen: dem Wandel der Medienlandschaft, der Digitalisierung, der Frage nach Relevanz in einer sich ständig verändernden Branche. Das macht DER TEUFEL TRÄGT PRADA 2 aber viel zu zaghaft. Vieles wird angerissen, aber kaum durchdacht oder kritisch hinterfragt. Der Film bleibt an der Oberfläche und traut sich nicht, unbequem zu werden. Das darf man von einem Unterhaltungsfilm vielleicht auch nicht zwingend verlangen. Allerdings hätte genau das dem Film mehr Spannung, Ironie und Witz verliehen – und ihn letztlich weniger austauschbar gemacht. Stattdessen verlässt er sich auf bekannte Muster und eine Erzählweise, die eher rückwärtsgewandt wirkt. Das Ergebnis: ein Film, der sich mit aktuellen Themen schmückt, ohne sie wirklich zu durchdringen.
Wenig Mut, viel Nostalgie
Was dem Film am meisten fehlt, ist Mut. Die Regie wagt zu wenig, setzt auf Sicherheit statt auf neue Ideen. Dadurch wirkt vieles erstaunlich altmodisch – fast so, als hätte man ein Konzept aus der Mottenkiste geholt und nur leicht modernisiert. Besonders spürbar ist das bei der Figur der Miranda Priestly. Sie ist noch da, aber sie hat an Schärfe verloren. Früher eine ikonische, fast furchteinflössende Persönlichkeit, wirkt sie hier deutlich abgeschwächt. Ihr Profil ist weicher geworden, weniger präzise – und damit auch weniger faszinierend. Auch die Leichtigkeit des ersten Films, diese mühelose Coolness von vor 20 Jahren, ist weitgehend verschwunden. Was bleibt, ist ein gut funktionierendes, aber letztlich überraschend braves Sequel.
Cameos ohne Biss
Fast schon ironisch ist der Umgang mit echten Grössen der Modewelt: Wenn für wenige Sekunden Heidi Klum oder Donatella Versace auftauchen, dann sind das klassische Cameos – also kurze Gastauftritte bekannter Persönlichkeiten, die eher als Augenzwinkern gedacht sind als als echte Figuren der Handlung. Hier bleiben sie allerdings reines dekoratives Beiwerk, gewissermassen teuer eingekaufte Statisterie mit Wiedererkennungswert. Das mag fürs Augenzwinkern reichen, ist aber schon fast symptomatisch für den Film, der die Chance nicht nutzt, die Modewelt selbstkritischer zu zeigen. Noch auffälliger ist allerdings, was komplett fehlt: Influencerinnen, die heute die Branche massgeblich prägen. Das wirkt weniger wie eine bewusste Entscheidung als vielmehr wie ein blinder Fleck – als hätte man diese Realität einfach übersehen. Gerade die Welt der Influencerinnen hätte dem Film deutlich mehr Biss verliehen und eine dankbare Vorlage geboten, um die Mechanismen der Branche wirklich pointiert zu erzählen.
Fazit: Mehr Fast Fashion als Haute Couture
DER TEUFEL TRÄGT PRADA 2 ist weniger ein aufregendes Kleid von Dior, Gucci oder Versace als Durchschnittsmode von H&M oder C&A.