Nach dem international beachteten Debüt PLAN 75 richtet die japanische Regisseurin Chie Hayakawa ihren Blick auf ein Kind, das beobachtet, hört und fühlt, lange bevor es versteht. RENOIR ist ein Film über Wahrnehmung, Einsamkeit und die fragile Grenze zwischen Fantasie und Realität – erzählt mit der Ruhe und Konsequenz eines reifen Autorenkinos. Für uns in Cannes gesehen hat den Film Ondine Perrier.
RENOIR
Feinfühligkeit und die Darstellung der Trauer eines 11-jährigen Kindes machen den Film zum Erlebnis.
RENOIR | SYNOPSIS
Ein Vorort von Tokio, 1987. Die elfjährige Fuki lebt zwischen einem Vater im Krankenhaus und einer überforderten und abwesenden Mutter. Für Fuki beginnt ein Sommer zwischen Einsamkeit, seltsamen Ritualen und kindlichen Impulsen. Das Porträt eines Mädchens mit aussergewöhnlicher Sensibilität, das Kontakt zu den Lebenden, den Toten und vielleicht auch zu sich selbst sucht.

Kindheit als Beobachtungsraum
Für uns in Cannes gesehen hat den Film Ondine Perrier
Im Zentrum von RENOIR steht die junge Fuki, ein sensibles Mädchen, das sich in einer Welt bewegt, die von Krankheit, Abwesenheit und unausgesprochenen Spannungen geprägt ist. Die Erwachsenen um sie herum sind mit sich selbst beschäftigt, mit Sorgen, Verlusten, Erwartungen. Fuki reagiert darauf nicht mit Rebellion, sondern mit Rückzug und Imagination. Hayakawa zeigt Kindheit nicht als unschuldigen Schutzraum, sondern als hochkonzentrierten Beobachtungszustand – als Phase, in der alles ungefiltert aufgenommen wird.
Leises Kino mit grosser Wirkung
Chie Hayakawas Inszenierung verzichtet auf Dramatisierung. Die Kamera bleibt nah an Fuki, beobachtet Gesten, Blicke, kleine Verschiebungen im Alltag. Geräusche, Pausen und Leerräume sind ebenso bedeutungsvoll wie Dialoge. Der Titel RENOIR verweist dabei weniger auf konkrete Kunstzitate als auf eine Haltung: auf das genaue Hinsehen, auf das Licht zwischen den Momenten, auf das Unausgesprochene. So entsteht ein Film, der nicht erklärt, sondern erfahrbar macht. RENOIR ist ein stiller, konzentrierter Film über das Erwachsenwerden im Schatten der Erwachsenen – und ein weiterer Beweis dafür, dass Chie Hayakawa zu den spannendsten Stimmen des zeitgenössischen japanischen Kinos gehört.

RENOIR | WEITERE STIMMEN
«Chie Hayakawa zeichnet mit leuchtenden Pinselstrichen das Porträt eines verlassenen Mädchens, dessen Vater im Sterben liegt. Dieser Film wirkt bescheiden, ist aber voller Emotionen und strahlt eine einzigartige Magie aus, die niemanden unberührt lässt.» – Télérama | «Der Film der Japanerin Chie Hayakawa über die träumerische Isolation eines 11-jährigen Mädchens, das mit der Krankheit seines Vaters konfrontiert ist, weicht nicht von dem Weg ab, den er sich sorgfältig vorgezeichnet hat.» – Libération | «Die japanische Filmemacherin Chie Hayakawa webt ein Werk von unendlicher Zartheit über den Blick der Kindheit auf die gequälte Welt der Erwachsenen.» – cineuropa