MICHAEL folgt dem Weg vom Wunderkind der Jackson 5 zum grössten Popstar des 20. Jahrhunderts. Der Film zeichnet den Aufstieg des «King of Pop» nach, seine obsessive Hingabe an Musik und Tanz, aber auch den wachsenden Druck einer Öffentlichkeit, die ihn nie in Ruhe liess und für Jackson immer mehr zu einer existentiellen Bedrohung wurde. Fuqua interessiert dann auch weniger der Mythos als der Mensch hinter den ikonischen Posen, hinter Moonwalk, Handschuh und Fedora.
MICHAEL
Antoine Fuquas Bionic über eine der schillerndsten, widersprüchlichsten und einflussreichsten Figuren der Popgeschichte: Michael Jackson

Eine detailliertere Besprechung erfolgt auf den Filmstart
Körper, Kontrolle und Bühne
Antoine Fuqua inszeniert MICHAEL als körperliches Kino. Tanz wird zur Sprache, Musik zur inneren Bewegung. Jacksons Perfektionismus, sein Bedürfnis nach Kontrolle und sein Streben nach Reinheit werden als kreative Triebkräfte sichtbar – aber auch als Kräfte, die ihn zunehmend isolieren. Der Film vermeidet einfache Urteile und lässt Widersprüche stehen: Nähe und Distanz, Verletzlichkeit und Inszenierung, Kindlichkeit und Macht.
Ein riskantes Biopic
Die Titelrolle übernimmt Jaafar Jackson, Michael Jacksons Neffe. Die Nähe zur Figur ist sichtbar – körperlich wie gestisch –, zugleich bleibt die Darstellung zurückhaltend, fast scheu. MICHAEL weiss um die Unmöglichkeit, diese Figur vollständig zu erklären. Statt Antworten zu liefern, stellt der Film Fragen: Wem gehörte Michael Jackson? Sich selbst, seiner Familie, seinem Publikum – oder dem Bild, das andere von ihm entwarfen?

Fazit
Antoine Fuqua erzählt keine Heiligenlegende, sondern ein Porträt zwischen Bewunderung und Befremden. Der Film zeigt, wie Popgeschichte entsteht – und welchen Preis sie fordert.
