
Das filmische Schaffen von Anka Schmid
Die Schweizer Dokumentarfilmerin Anka Schmid gehört seit Jahren zu den eigenständigsten Stimmen des hiesigen Autor:innenkinos. Ihre Filme kreisen um Menschen, die ihren eigenen Weg suchen – oft abseits gesellschaftlicher Normen, immer mit grosser Nähe und Respekt erzählt. Schmid interessiert sich weniger für das Spektakuläre als für innere Prozesse, Brüche und leise Verschiebungen im Leben ihrer Protagonist:innen.
Schmid wurde 1961 in Zürich geboren und drehte in den bewegten 1980er-Jahren erste Super-8-Filme und Experimentalvideos. 1984 begann sie ihr Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB). 1988 lebte sie ein Jahr lang bei den Hopi in Arizona (USA) und realisierte gemeinsam mit den Hopi-Ältesten den Dokumentarfilm TECHQUA IKACHI, LAND – MEIN LEBEN, der im Wettbewerb von Sundance lief. 1990 schloss sie ihr Studium mit dem mehrfach preisgekrönten Spielfilm HINTER VERSCHLOSSENEN TÜREN ab und arbeitete fortan als freischaffende Filmerin und Regieassistentin in Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Argentinien und den USA. 1994 kam ihr Sohn Iocco in Berlin zur Welt. Kurz darauf realisierte sie den Essayfilm MAGIC MATTERHORN, den sie in Zermatt, Kalifornien und Berlin drehte.
1998 zog Anka Schmid mit ihrem Jungen nach Zürich. In Zusammenarbeit mit der Produzentin Franziska Reck entstanden hier bisher sieben lange und mittellange Filme. Unter anderem waren sie mit MIT DEM BAUCH DURCH DIE WAND an der Berlinale vertreten und mit WILD WOMEN – GENTLE BEASTS in Locarno. Ihr Animadoc HAARIG lief an der DOK Leipzig und bei CPH:DOX. Anka Schmid ist Grenzgängerin zwischen Film und Kunst und realisiert sowohl Kino- und Fernsehfilme als auch Artvideos und Kunstinstallationen. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit arbeitet sie als Mediendozentin und gibt Animationsworkshops.
Charakteristisch für Anka Schmids Werk ist ihr grosses Vertrauen in die Kraft der Beobachtung. Ihre Filme drängen sich nicht auf, sie hören zu. Sie lassen Zeit, Widersprüche und Ambivalenzen zu – und eröffnen gerade dadurch Räume für Empathie und Reflexion. MELODIE fügt sich konsequent in dieses Schaffen ein: als weiterer Film über Selbstbehauptung, Verletzlichkeit und die Frage, wie Menschen durch Ausdruck – sei es politisch, kulturell oder künstlerisch – zu sich selbst finden.

