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Master of the Universe

Ein verlassenes Bankgebäude. Ein hochrangiger Investmentbanker. Der Dokumentarfilm «Master of the Universe» öffnet eine beängstigende Innenperspektive aus einer grössenwahnsinnigen, quasi-religiösen Parallelwelt hinter verspiegelten Fassaden.

Warum man sich den Film anschauen sollte
Es ist das grösste Plus des Films, dass Bauder den Banker in einem leerstehenden Bankgebäude befragt. Jeder Raum, von der Chefetage bis ins Parkhaus, zeugt von der aktuellen Situation. Die Kamera von Börres Weiffenbach wechselt zwischen geometrisch konstruierten Bildern, die in ihrer Klarheit sogar ein bisschen an die Fotografien Andreas Gurskys erinnern, und Aufnahmen, die eher spontan anmuten und den Wegen und Ausführungen von Rainer Voss folgen. Stefan Otto, kino-zeit.de | Transparenz ist das Leitmotiv dieses filmlangen Interviews, in metaphorischer wie inszenatorischer Hinsicht: Transparenz als architektonischer Stil, als moralische Forderung, als Geste der Entblössung – und als gewiefte Verschleierungstaktik. Nino Klingler, critic.de

Was der Film erzählt
Ein weisser 5er-BMW gleitet durch die Schluchten der Frankfurter Skyline. Im Diesel-Kombi sitzt ein ehemaliger Banker der Deutschen Bank, Rainer Voss. Er war einer der führenden Investmentbanker Deutschlands. Hoch oben in einem leerstehenden einstigen Bankgebäude erzählt er von den Anfängen seiner Karriere, wie er gleich am ersten Tag mehr als sein Vater in seinem ganzen Leben verdiente. Des Weiteren skizziert er das grössenwahnsinnige Gebaren der Broker, der Trader, der Finanzinstitute und Politiker, aber auch der ignoranten Käufer, für die man hirnrissige Finanzprodukte schnürte und sie so über den Tisch zog. Mit der Zeit bröckelte auch die Beziehung zu seiner Familie, die bisher in einer geschützten Parallelwelt gut lebte. Doch als die Weltwirtschaft fast kollabierte, stieg er aus und widmet sich nun seit 2008 in der Bertelsmann Stiftung als Senior Manager philanthropischen Projekten.

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