KELLY REICHARDT
Kelly Reichardt, geboren 1964 in Miami, gehört zu den prägenden Stimmen des amerikanischen Independent-Kinos. Nach ihrem Studium an der School of the Museum of Fine Arts in Boston und dem MFA an der Bard College entwickelte sie früh eine reduzierte, beobachtende Filmsprache. Ihr Langfilmdebüt RIVER OF GRASS (1994) machte sie international bekannt. Später folgten Werke wie OLD JOY (2006), WENDY AND LUCY (2008), MEEK’S CUTOFF(2010), NIGHT MOVES (2013), CERTAIN WOMEN (2016) und FIRST COW (2019). Reichardt lebt und arbeitet in den USA und unterrichtet als Professorin für Film an der Bard College in New York State.
IHR NEUSTER FILM
THE MASTERMIND ist Kelly Reichardts neuester Film, eine ungewöhnliche Interpretation des Heist-Genres, angesiedelt im Massachusetts der frühen 1970er Jahre. Im Zentrum steht JB Mooney, ein arbeitsloser, desillusionierter Familienvater, der spontan beschliesst, vier Gemälde aus einem örtlichen Kunstmuseum zu stehlen. Was als scheinbar gut durchdachter Kunstraub beginnt, entpuppt sich bald als chaotische und ernüchternde Erfahrung: Der eigentliche Coup wird zur Tragikomödie, und JB muss sich den Folgen seines Plans stellen, während sein Leben und seine Identität ins Wanken geraten. Reichardt nutzt den vermeintlichen Heist nicht, um Spannung zu inszenieren, sondern als Ausgangspunkt für eine ruhige, beobachtende Charakterstudie über Idealismus, Privileg, persönliche Desillusionierung und die US-Gesellschaft der Nixon-Ära