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Kino Xenix Zürich | Hommage Michael Fassbender

Im Debütfilm des britischen Videokünstlers Steve McQueen geht Michael Fassbender in der Rolle eines IRA-Häftlings in Belfast für die Wiedererlangung des Status als ­politischer Gefangener mit grossem Körpereinsatz an eigene Grenzen.

Hommage an Michael Fassbender
Der deutsch-irische Schauspieler Michael Fassbender benötigte nicht mehr als einen Kinofilm, um Hollywood auf sich aufmerksam zu machen. Dies gelang ihm mit der Verkörperung des unerschrockenen Spartaners Stelios in Zack Snyders archaischer Comicverfilmung «300» (2006/07). Doch in Europa waren es seine Rolle als idealisierter Geliebter und gebrochener Kriegsheimkehrer in François Ozons «Angel» aus demselben Jahr, die Ausnahme-Performance in Steve McQueens Gefängnisdrama «Hunger» (2008) und vor allem sein legendärer Auftritt als Lieutenant Archie Hicox in Quentin Tarantinos Kultstreifen «Inglorious Basterds» (2009), mit denen der in Heidelberg geborene, in Südwestirland aufgewachsene und in London lebende ehemalige TV-Darsteller zum charismatischen Shootingstar avancierte.

Kinokarriere begann erst vor sechs Jahren
Obwohl seine Kinokarriere erst vor sechs Jahren begann, gilt Michael Fassbender bereits als einer der vielseitigsten und wandlungsfähigsten Schauspieler seiner Generation, was die vierzehn Filme der Xenix-Retrospektive auf eindrückliche Art belegen. Das Kino Xenix in Zürich bleibt dran und zeigt eine umfangreiche Filmreihe, denn der Mann hat unglaubliches darstellerisches Potenzial. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er mit wichtigen (europäischen) Filmpreisen überschüttet werden wird.

Zum Film «Hunger»
Jahrelang kämpfen IRA-Häftlinge in Belfast um die Wiedererlangung ihres Status als ­politische Gefangene. Erst meiden sie die Duschen, dann verschmieren sie die Zellenwände mit ihrem eigenen Kot, um schliesslich im Frühjahr 1981 die Nahrung zu verweigern. Unter der Führung von Bobby Sands (Michael Fassbender) lassen sie sich auf einen tödlichen Nervenkrieg mit Premierministerin Margaret Thatcher ein, die sich beharrlich weigert, die «IRA-Terroristen» als politische und nicht als kriminelle Subjekte zu behandeln. Ein streckenweise verstörender Streifen, der mit rigoroser Ästhetik den Einsatz (und die Zerstörung) des eigenen Körpers schildert – was im Fall von Michael Fassbender mit einem realen Gewichtsverlust von vierzehn Kilogramm verbunden war.

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