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Kino | Amerrika

Das Leben in Palästina wird immer schwieriger für Muna und ihren Sohn Fadi. Die Greencard für die USA verspricht ein neues Leben: die beiden wagen den Schritt.

Synopsis: Die alltäglichen Strassenkontrollen und Schikanen ihrer palästinischen Heimat geben Muna (Nisreen Faour) und Fadi (Melkar Muallem) immer mehr das Gefühl der Unterdrückung und der Auswegslosigkeit. Als die lang beantragte Greencard der USA eintrifft, packen sie Ihre Koffer. Aufs erste kommen sie in Illinois bei Munas Schwester Raghda (Hiam Abbass) unter. Obwohl diese und ihre Familie Muna und Fadi nach Kräften unterstützen, ist es nicht einfach sich einzuleben. Fadi schlägt sich mit den Vorurteilen seiner Mitschüler herum, und Muna muss trotz Masterabschluss im nächsten Fast Food- Restaurant arbeiten. Die politische Lage verschärft die Feindschaften. Stars: Die äusserst aktive Theater- und Filmschauspielerin Nisreen Faour ist in Europa noch nicht gross bekannt. Melkar Muallem gibt in diesem Film sein Debut. Regie & Crew: Die Jungregisseurin Cherien Dabis hat in ihrer kurzen Karriere schon einige Preise erhalten; so für ihren Kurzfilm «Make a Wish» (2006). Sie ist selbst Kind palästinensischer Einwanderer in den USA.

art-tv-Wertung: Dieser Film über das Schicksal palästinensischer Einwanderer öffnet neue wertvolle Blickwinkel auf die zwischenkulturellen Schwierigkeiten: er portraitiert die Welt der Kriegsflüchtlinge von deren Seite und zeigt sie als Menschen. Gekonnt umschifft er die gängigen Klischees, ausser es handelt sich um eben die plakativen Vorurteile, gegen welche die Menschen aus der arabischen Welt so sehr zu kämpfen haben. Am Ende stimmt der Film versöhnliche Töne an und besiegelt neue Freundschaft mit einem arabischen Essen im Kreis der Familie. Das mag vielleicht die Frage der Diskriminierung verharmlost darstellen, doch eigentlich sollte sie genauso harmlos bleiben: vernünftige Menschen geniessen lieber zusammen ein Essen, statt sich den Weg mit Hasstiraden zu versalzen! Nisreen Faour spielt beeindruckend. Fazit: Das gefühlsvolle Drama über die Suche nach einer Heimat und Toleranz verweist die Leute mit Vorurteilen in ihre Schranken.

Isabel Rohr

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