Regisseur Gregor Brändli thematisiert mit ELEPHANTS & SQUIRRELS die dunklen Verflechtungen der Schweiz in Zeiten der imperialen Weltordnung. Der Film folgt der sri-lankischen Künstlerin Deneth Piumakshi Veda Arachchige, die bei Recherchen in Schweizer Museen auf menschliche Überreste und Kulturgüter aus ihrem Heimatland stösst. Von ihrer Entdeckung erschüttert, rekonstruiert sie die Geschichte dieser Objekte.
ELEPHANTS & SQUIRRELS
Die Schweiz war keine Kolonialmacht, und dennoch profitierte sie auf vielfältige Weise vom Kolonialismus.
ELEPHANTS & SQUIRRELS | SYNOPSIS
Bei Recherchen in Schweizer Museen stösst die sri-lankische Künstlerin Deneth Piumakshi Veda Arachchige auf eine Sammlung von menschlichen Überresten und Kulturgütern der Wanniyala-Aetto, einer indigenen Adivasi-Gemeinschaft Sri Lankas. Die Objekte wurden Anfang des 20. Jahrhunderts durch die Schweizer Naturforscher Paul und Fritz Sarasin nach Basel gebracht – mit Methoden, die koloniale Gewalt und wissenschaftlichen Anspruch auf beunruhigende Weise vereinen. Bereits in den 1970er Jahren forderte Sri Lanka die Rückgabe – doch die Schweiz lehnte ab. Jahrzehnte später setzt sich Deneth Piumakshi Veda Arachchige gemeinsam mit Uru Warige Wannila Aththo, dem Chief der Wanniyala-Aetto, erneut dafür ein, dass die sterblichen Überreste und Artefakte zurückgegeben werden. Ein langwieriger Prozess beginnt …
Kampf um Rückgabe und Verantwortung
Bald findet Deneth auch heraus, dass Sri Lanka bereits in den 1970er-Jahren die Rückgabe verlangt hatte – doch die Schweiz lehnte ab. Gemeinsam mit Uru Warige Wannila Aththo, dem Chief einer indigenen Adivasi-Gemeinschaft Sri Lankas, kämpft sie nun dafür, dass sich die Schweiz ihrer Verantwortung stellt. Unermüdlich baut Deneth Brücken zwischen allen Beteiligten, sucht das Gespräch mit Institutionen und Behörden – und treibt den Prozess Schritt für Schritt voran.

Koloniale Wissenschaft und ihre Folgen
Die Sammlung war Ende des 19. Jahrhunderts von den Naturforschern Paul und Fritz Sarasin aus Sri Lanka nach Basel gebracht worden – mit Methoden, die koloniale Gewalt, wissenschaftlichen Anspruch und Rassentheorien auf frappierende Weise miteinander verbanden. ELEPHANTS & SQUIRRELS erzählt vielstimmig von Vergangenheit und Gegenwart und konfrontiert die Schweiz mit zentralen Fragen zu Machtverhältnissen, historischer Verantwortung und dem Umgang mit kulturellem Erbe.

«ELEPHANTS & SQUIRRELS ist informativ, aufschlussreich, fesselnd und unterhaltsam. Es ist eine detailreiche Reise durch Zeit und Raum, die ein vertrautes Thema aufgreift und es durch ein geografisch sehr präzises Prisma betrachtet. Dabei wird eine Geschichte erzählt, die uns durch ihre kulturelle Besonderheit in ihren Bann zieht und mit kluger, gründlicher Eleganz zum Kern und zur Kunst der Sache vordringt.» – Max Borg, The Film Verdict
