Mit DON’T LET THE SUN legt die Schweizer Filmemacherin Jacqueline Zünd einen sensiblen, beobachtenden Film vor, der sich leise unter die Haut schiebt. Ohne laute Dramaturgie, dafür mit grosser emotionaler Präzision, erzählt sie von jungen Menschen, die versuchen, ihren Platz in einer Welt zu finden, die ihnen zugleich Halt und Überforderung bietet. Dabei überzeugt Zünd einmal mehr mit Bildern, die man am liebsten einrahmen und an die Wand hängen würde.
DON'T LET THE SUN
- Publiziert am 1. Januar 2026
Ein stiller, eindringlicher Film über das Erwachsenwerden, das Verlorengehen – und die fragile Hoffnung, dass Nähe retten kann.
DON’T LET THE SUN | SYNOPSIS
Ein unerträglich heisser Ort. Menschliche Nähe ist rar geworden, und die Einsamkeit treibt seltsame Blüten. Jonah (28) lebt im Dienst der Sehnsüchte anderer. Bis die Rolle als Vater für die 9-jährige Nika sein Leben komplett in Frage stellt. Ein zartes Drama über die Zerbrechlichkeit menschlicher Beziehungen.

Eine ausführliche Besprechung erfolgt auf den Filmstart
Zwischen Nähe und Entgleiten
Im Zentrum von DON’T LET THE SUN stehen Jugendliche an einer Schwelle: zwischen Kindheit und Erwachsensein, zwischen Geborgenheit und Aufbruch. Zünd begleitet sie mit ihrer charakteristischen Zurückhaltung, lässt Zeit, Raum und Blicke sprechen. Gespräche bleiben oft fragmentarisch, Gefühle unausgesprochen – und gerade darin entfaltet der Film seine Kraft. Es geht um Freundschaft, Abhängigkeit, erste Verluste und die Frage, wie viel Verantwortung junge Menschen füreinander tragen können.
Die Handschrift von Jacqueline Zünd
Jacqueline Zünd gehört zu den profiliertesten Stimmen des Schweizer Dokumentarfilms. Auch in DON’T LET THE SUN vertraut sie auf eine reduzierte filmische Sprache: präzise Bilder, ein feines Gespür für Atmosphäre und ein konsequenter Verzicht auf erklärende Kommentare. Die Kamera beobachtet, wertet nicht. So entsteht ein intimes Porträt einer Lebensphase, in der alles möglich scheint – und gleichzeitig alles kippen kann.
Ein Film, der bleibt
Fazit
Ein zurückhaltender Film über das Erwachsenwerden – und ein weiteres starkes Kapitel im Schaffen von Jacqueline Zünd.

