Mit dem Film LETTERS FROM WOLF STREET eröffnet die 11. Ausgabe des Human Rights Film Festival Zurich
Das Human Rights Film Festival Zurich 2026 ruft zum Handeln auf
Publiziert am 12. März 2026
Das HRFF Zurich zeigt bewegende Filme über Mut, Flucht und Widerstand in einer zunehmend fragilen Welt.
Die 11. Ausgabe steht unter dem Motto «Time for Change». In einer Zeit, in der autoritäre Regime erstarken, demokratische Errungenschaften unter Druck geraten und Kriege den Alltag vieler Menschen bestimmen, setzt das Festival auf die Kraft des Kinos als Ort der Empathie und der politischen Reflexion. Die ausgewählten Dokumentar- und Spielfilme verbinden persönliche Schicksale mit globalen Entwicklungen — und zeigen, wie unmittelbar Menschenrechte unser tägliches Leben betreffen.
Mit dem Film LETTERS FROM WOLF STREET eröffnet die 11. Ausgabe des Human Rights Film Festival Zurich
Vom Persönlichen zum Politischen
Der Eröffnungsfilm LETTERS FROM WOLF STREET des indischen Regisseurs Arjun Talwar porträtiert die Bewohner:innen einer Warschauer Strasse und entfaltet daraus ein vielschichtiges Bild der gesellschaftlichen Spannungen im heutigen Europa. Auch andere Filme schlagen die Brücke zwischen individuellen Lebensgeschichten und grossen politischen Umbrüchen: In A FOX UNDER A PINK MOON versucht eine junge afghanische Künstlerin, einem gewalttätigen Ehemann zu entkommen, während WRITING HAWA die zerstörte Selbstbestimmung einer Frau nach der Machtübernahme der Taliban dokumentiert. Es sind nachvollziehbare Beispiele dafür, wie politische Systeme in intimste Lebensbereiche hineinwirken.
BLACKBIRD BLACKBIRD BLACKBERRY von Elene Naveriani
Georgien im Fokus — Kunst als Widerstand
Ein besonderer Schwerpunkt gilt Georgien. Erstmals verleiht das Festival den «Creative Rebel Award» an die georgisch-schweizerische Filmemacherin Elene Naveriani, deren Werk queere Lebensrealitäten, Identität und gesellschaftliche Normen mit grosser Sensibilität erforscht. Gezeigt werden mehrere ihrer preisgekrönten Filme, darunter WET SAND und BLACKBIRD BLACKBIRD BLACKBERRY. Ebenfalls programmiert ist der Spielfilm HOLY ELECTRICITY von Tato Kotetishvili, ein ebenso humorvolles wie berührendes Porträt von Menschen am Rand der Hauptstadt Tiflis. Ein begleitender Kontext-Talk beleuchtet zudem die Rolle von Kunst und Film als Formen des Widerstands in politisch angespannten Zeiten.
MR. NOBODY AGAINST PUTIN | Regie: David Borenstein, Pavel Ilyich Talankin
Hoffnung trotz allem
Viele Beiträge am Human Rights Film Festival Zurich erzählen von Menschen, die sich gegen Unterdrückung und Gewalt behaupten — oft unter lebensgefährlichen Bedingungen. KHARTOUM folgt sudanesischen Protagonist:innen im Schatten eines zerstörerischen Konflikts, LOST LAND begleitet zwei Rohingya-Geschwister auf ihrer riskanten Flucht. Der Oscar-nominierte Dokumentarfilm MR. NOBODY AGAINST PUTIN zeigt einen russischen Lehrer, der trotz Repression Kritik übt, während PHEASANT ISLAND von Menschen erzählt, die Geflüchteten helfen, obwohl dies kriminalisiert wird. Darin liegt die Stärke des HRFF Zurich: Es konfrontiert das Publikum mit den dunklen Seiten unserer Gegenwart, ohne den Blick für Solidarität, Zivilcourage und Hoffnung zu verlieren. Veränderung beginnt hier nicht mit grossen politischen Gesten, sondern mit einzelnen Menschen, die sich weigern, wegzuschauen.