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Tanzszene Schweiz | Patricia Rotondaro | Tanzend Energie teilen

Voller Energie und Leidenschaft tanzt Patricia Rotondaro durch ihr Leben und schafft es, sowohl ihr Publikum als auch ihre Schüler*innen mitzureissen.

Schon in jungen Jahren wusste Patricia Rotondaro, dass sie beruflich tanzen will – tanzen und reisen. Heute ist die in Basel wohnhafte Argentinierin mit verschiedenen Kompanien auf der ganzen Welt unterwegs. Im April 2021 wird sie mit der Anton Lachky Dance Company aus Belgien am Migros-Kulturprozent Tanzfestival STEPS in der Schweiz zu sehen sein.

Herausforderungen annehmen
Eine gespannte Stille liegt in der Luft, als die klein gewachsene Frau Student*innen der ZHdK im Bachelorjahr für zeitgenössischen Tanz dazu auffordert, einen Überschlag zu machen. Tanzen sei heute viel mehr, als nur schöne Bewegungen aneinanderzureihen, weiss Patricia Rotondaro aus Erfahrung. Dies zeigt sich unter anderem in der modernen Martha-Graham-Technik, wie auch in zeitgenössischen Boden- und Release-Techniken, die sie während ihrer Ausbildung zur professionellen Tänzerin erlernte. Tanzen ist körperlich anspruchsvoll und bedarf eines stetigen Trainings. Doch heute geht der zeitgenössische Tanz in eine noch viel physischere und technischere Richtung: mit all den Überschlägen und diversen Anlehnungen an Capoeira, Gymnastik und Break Dance müssen sich die Tänzer*innen oftmals auch ihren Ängsten stellen. In der Unterrichtsstunde thematisiert Patricia Rotondaro mit ihren Student*innen nicht zuletzt das Überwinden solcher Ängste und beteuert, wie wichtig es ist, an den täglichen Aufgaben zu wachsen. Rotondaro liebt ihren Beruf und nimmt ihn gleichzeitig auch als grosse Herausforderung wahr. Als Tanzlehrerin muss sie die Schüler*innen immer auf den aktuellsten Stand im Tanzen bringen, damit sie sich nach der Ausbildung erfolgreich für Schulen und Compagnien bewerben können. Um die dafür vorausgesetzten neuen Techniken selbst zu beherrschen, recherchiert und trainiert sie regelmässig und ist niemals müde, Neues zu lernen, an sich zu arbeiten und das Erlernte in ihre täglichen Übungen einzubauen. Dies erfordert, dass sie sich immer wieder aus ihrer Komfortzone heraus begibt, an ihre Grenzen und auch darüber hinaus geht.

Energie, Wissen und Erfahrung
Ab dem 40. Lebensjahr geben viele Tänzer*innen das aktive Tanzen auf und suchen andere Wege, um mit der Disziplin verbunden zu bleiben. Für Patricia Rotondaro war jedoch klar, dass sie neben dem Unterrichten weiterhin auf der Bühne stehen will, obwohl die Zeit auch an ihrem Körper nicht spurlos vorübergegangen ist. Ihre Routine musste sie anpassen; sich nach intensiven Phasen längere Regenerationszeiten zugestehen. Ebenso ist es für sie herausfordernder, stets auf dem neusten Stand der Technik und gut trainiert zu bleiben. Neue Aufgaben, denen sich Patricia Rotondaro voller Leidenschaft und Energie stellt. Diese fast unbändige Energie mit anderen zu teilen ist für Patricia Rotondaro zur Philosophie geworden. Die gebürtige Argentinierin wird sehr leidenschaftlich, wenn es ums Tanzen geht. Die Menschen um sie herum sind für sie eine zusätzliche Inspirationsquelle, seien dies andere Tänzer*innen, Choreograf*innen, Student*innen, Freund*innen oder die Familie. So entstehen immer wieder neue Ideen. Tanz ist für Rotondaro ein Prozess des Teilens von Energie, von Wissen und von Erfahrungen. Sie spricht denn auch von einem «Rezyklier-Kreislauf», der niemals aufhören wird, solange sie tanzt.

Wo sich Grenzen auflösen
Seit 2015 arbeitet Patricia Rotondaro mit der belgischen Anton Lachky Dance Company zusammen. Das erste gemeinsame Projekt «Side Effects» war sehr erfolgreich und ging international auf Tour.
Das aktuelle Stück ist eine Koproduktion zwischen dem Theater La Balsamine in Brüssel und dem Migros-Kulturprozent Tanzfestival STEPS. «LUDUM» spielt mit der Verschmelzung von Realität und virtueller Welt. Bürger der fiktiven gleichnamigen Stadt lieben es zu wandern, in Fantasiewelten einzutauchen, in denen digitale Landschaften attraktiver als die Realität selbst erscheinen. Herausragende, geradezu hinreissende Tänzer*innen bewohnen diese wundervolle Welt. Sie sind schön, kraftvoll, unsterblich und scheinen sich von den trostlosen Grenzen des Physischen befreien zu können, bis sich die Grenzen von Realität und Fantasie völlig auflösen. Dieses Auflösen der Grenzen, das endlose Spielen mit dem Möglichen und dem Nicht-Möglichen wirft grundlegende Fragen unserer Existenz und des gesellschaftlichen Zusammenlebens auf. Was wird aus «LUDUM» und seinen Bewohner*innen geschehen? Das Stück wurde bereits in Belgien, Deutschland, den Niederlanden und der Slowakei gezeigt und wird im April 2021 erstmals in der Schweiz aufgeführt.

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