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Neumarkt l Elfriede Jelinek

Elfriede Jelinek hat in "Über Tiere" die skandalösen Abhörprotokolle eines Wiener «Begleitservices» verarbeit. Wie viel ist ein junges Mädchen wert?

Das Verhältnis zwischen Ich und Anderem oder wahlweise Liebender und Geliebtem, Dienstleistender und Kunde steht im Zentrum des neuen Stücks der österreichischen Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek. Während im ersten Teil dieses vielstimmigen Textes das Ringen um eine Sprache der Liebe steht, steigert sich der zweite Teil zu einem Schlagabtausch zwischen Zuhältern und Freiern über «Naturfranzösisch mit Vollendung in den Mund».

Die politische Brisanz des Textes speist sich aus der Tatsache, dass Jelinek darin die skandalösen Abhörprotokolle eines Wiener «Begleitservices» verarbeitet hat, in denen weltweit agierende Menschenhändler mit Kunden aus gehobenen politischen Kreisen um den Wert junger Mädchen aus Osteuropa feilschen. Im Fluchtpunkt beider Teile steht die Frage nach einer Ökonomie der Liebe, die zwischen Selbstverschwendung und Fremdbestimmung hin und her gerissen wird.

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