Ist die sonderbare Kammer, dieser eigenartige Echorraum, der Lichter, Stimmen uns Gerüche aussondert aus einer längst vergessenen Zeit oder aus der Zukunft? Mit MYTHOS bringen das Zentralschweizer Künstler:innenkollektiv «Fetter Vetter & Oma Hommage», die Musiker:innen von «hedi drescht» und «duodendron» und die Schauspieler:innen Vera Bommer, Rachel Braunschweig, Dimitri Stapfer ein Musiktheater auf die Bühne, das sich auf die Suche nach den Geschichten macht, aus denen wir bestehen – zwischen Überlieferung und Erfindung, Erinnerung und Zukunft.
MYTHOS
- Publiziert am 17. Januar 2026
Die Schweizer Buchpreistägerin und Zuger Autorin Martina Clavadetscher schreibt ein Stück aus unbestimmter Zeit.
Die Schweizer Autorin und Dramatikerin Martina Clavadetscher (*1979 in Zug) zählt zu den profiliertesten literarischen Stimmen der Gegenwart. Bei arttv.ch wurde sie mehrfach vorgestellt, u. a. im Zusammenhang mit ihrem Roman «Ein Roman gegen das Vergessen», in dem sie historische Abgründe und gesellschaftliches Schweigen literarisch erkundet – eine Arbeit, die ihr den Schweizer Buchpreis 2021 einbrachte.
Clavadetscher studierte Deutsche Literatur, Linguistik und Philosophie und ist als Autorin, Dramatikerin und Radiokolumnistin tätig. Ihre Arbeit bewegt sich zwischen Theater, Prosa und experimentellen Formen und reflektiert immer wieder, wie Geschichten – ob real oder fiktiv – unser Verständnis von Geschichte und Gegenwart prägen.
Für MYTHOS schreibt sie das Buch und setzt damit ihre vielstimmige Erkundung von Erzähltraditionen fort: Zwischen Überlieferung, Mythos und Zukunftssuche lotet sie aus, was uns als Gemeinschaft im kollektiven Gedächtnis zusammenhält
MYTHOS lebt von einem hochkarätigen Schauspieler:innen-Trio: : Vera Bommer, Rachel Braunschweig, Dimitri Stapfer
Reise in den Echoraum
Ein Forschungsteam steigt hinab in die Tiefe einer mysteriösen Höhle. Was sie dort finden, ist kein gewöhnlicher Ort, sondern ein Echoraum aus Stimmen, Klängen und Erinnerungen. Aus den Wänden lösen sich Geschichten wie schimmernde Schwaden, legen sich um die Figuren und spiegeln ihre Ängste, Sehnsüchte und Fragen. MYTHOS erzählt von diesem Abstieg in die Urhöhle der Erzählungen – dorthin, wo Herkunft, Geburt, Leben und Sinn miteinander verwoben sind.
Mythen zwischen Vergangenheit und Zukunft
In diesem poetischen Musiktheaterabend verschwimmen die Grenzen: Welt-Ei, Bergdrachen, Naturgewalten und Liebesgeschichten tauchen auf wie Wellen aus einer anderen Zeit. Was gehört zur Vergangenheit, was kündet von der Zukunft? Martina Clavadetscher, Schweizer Buchpreisträgerin, schreibt einen Text, der nicht Antworten liefert, sondern ein Nachdenken anstösst: darüber, wie kollektives Gedächtnis entsteht – und welche Geschichten es verdienen, weitergetragen zu werden.
Wort, Klang und Körper
Inszeniert wird der Text vom Luzerner Regisseur Damiàn Dlaboha. Die Liedtexte stammen von Béla Rothenbühler, der 2025 mit dem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Für die musikalische Welt sorgen das Volksmusik-Duo «hedi drescht» mit der Jodelperformerin Simone Felber, 2025 ausgezeichnet mit dem Schweizer Musikpreis, sowie Pianist Lukas Gernet. Zusammen mit der Zuger Band «duodendron» (Linus Amstad, Jonas Inglin) entstehen Klänge, die wie Gerüche und Erinnerungen aus dem Echoraum aufsteigen.
Ein Ensemble mit starken Stimmen
Auf der Bühne stehen Rachel Braunschweig, Vera Bommer und Dimitri Stapfer. Braunschweig gewann kürzlich den Schweizer Filmpreis für FRIEDAS FALL und ist unter anderem aus dem Schweizer «Tatort» bekannt. Vera Bommer war zuletzt am Kurtheater in FISCHER FRITZ zu sehen und ist regelmässig als Vorleserin im SRF-Literaturclub präsent. Dimitri Stapfer brillierte unter anderem im TV-Mehrteiler FRIEDEN. Gemeinsam suchen sie im MYTHOS nach den Geschichten, die uns ausmachen.


