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Luzerner Theater | Alice

Die Reise in ein Land des Unsinns, in dem die Gesetze von Zeit und Raum ausser Kraft gesetzt sind, stellt die eigene Identität in Frage.

Schweizer Erstaufführung
Tom Waits kehrt zurück. Nachdem in der Spielzeit 2009/10 mit grossem Erfolg das Waits-Musical «Woyzeck» von Schauspieldirektor Andreas Herrmann auf die Luzerner Theaterbühne gebracht wurde, folgt nun «Alice» als Schweizer Erstaufführung. Das Stück, 1992 in Hamburg erstmalig aufgeführt, basiert auf dem Weltbestseller «Alice im Wunderland» und auf der Biografie des Autors Lewis Carroll, alias Charles Lutwidge Dodgson, der mit seiner Geschichte eine bis heute faszinierende Reise in surreale Welten beschrieb. «An odyssey in dream and nonsense» nennt Waits selbst diesen Trip, für den er eine für ihn typische Mischung aus melancholischen Jazz-Balladen und rauer Rhythmik erfand. Neben Studierenden der Zürcher Hochschule der Künste steht das Luzerner Ensemblemitglied Samuel Zumbühl als Dodgson auf der Bühne.

Wer in aller Welt bin ich dann?
Was ist zu halten von einer Welt, in der eine Raupe philosophiert und ein Ei sprachtheoretische Überlegungen anstellt? Wenn alle Gewissheiten ungewiss werden, stellt sich eine Frage umso dringlicher: «Wer in aller Welt bin ich dann?» Erfunden hat Carroll diese Geschichten für die achtjährige Tochter seines Dekans, Alice Liddell. Auf einer Bootsfahrt hatte er mit dem Erzählen begonnen, die Geschichten auf ihr Drängen niedergeschrieben und ihr ein handgeschriebenes und illustriertes Exemplar übereignet. Die Frage, ob Alice insgeheim die Liebe seines Lebens war oder ob er in ihr lediglich das Bild einer idealisierten Kindheit heraufbeschwor, bot Anlass zu unzähligen Spekulationen. Das Buch erschien 1865 im Druck und entwickelte sich schnell zu einem der meistgelesenen Bücher jener Zeit. Es inspirierte zu Beginn des 20. Jahrhunderts James Joyce, die Dadaisten und die Surrealisten und vermag auch heute noch in zahllosen Bearbeitungen und Verfilmungen zu faszinieren.

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