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Konzert Theater Bern | Torquato Tasso

Ein Leben nur für die Kunst? Regisseurin Liesa Nielebock setzt Goethes Künstlerdrama in einem überzeugenden kargen Bühnenbild packend um.

Erfolgsdruck
Nach Jahren akribischer Arbeit voller Selbstzweifel und ständiger Revisionen präsentiert Torquato Tasso seinem Mäzen, Herzog Alfons von Ferrara, sein neuestes poetisches Werk. Kaum hat der Dichter aus den Händen von Prinzessin Eleonore den Lorbeer erhalten, spürt er unangenehm die Last der Ansprüche, die die höfische Gesellschaft an ihn stellen wird. Angespornt von seinen Gefühlen für die Prinzessin, versteigt sich Tasso immer weiter in emotionale Ausbrüche und falsche Schlüsse, was ihm zunächst Hausarrest und schliesslich den Verlust seiner Liebe einbringt.

Künstlerdrama
Goethe selbst bezeichnete die «Disproportion des Talents mit dem Leben» als den «eigentlichen Sinn» seines «Tasso». Aus der eigenen Erfahrung als Dichter am Weimarer Hof analysiert er mit gewaltiger sprachlicher wie formaler Präzision und Tiefenschärfe das Verhältnis zwischen Mäzen und Künstler, zwischen Verpflichtung, Instrumentalisierung und Unterwerfung. In einer Zeit der Ökonomisierung sämtlicher Lebensbereiche, von Bildung und Ausbildung, Geisteswissenschaft und Kultur, thematisiert das erste Künstlerdrama der Weltliteratur (1790, uraufgeführt erst 1807) aktuelle Fragen zur Freiheit der Kunst, zu Subvention und Mäzenatentum und dem Kulturbetrieb als Anhängsel politischer und gesellschaftlicher Machtstrukturen.

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