Theater
Freilichtspiele Luzern | Viel Lärm um nichts

Freilichtspiele Luzern | Viel Lärm um nichts

Die Luzerner führen ihre Shakespeare-Trilogie fort, dieses Jahr in einer Bearbeitung von Charles Lewinsky.

«In der modernen Schweizer Mundartbearbeitung von Lewinsky sind die Verse dicht, die Reime treffend und die Dialoge reich an Metaphern und rhetorischen Ausschmückungen. Die geistreichen Streitereien der Figuren kommen einem verdächtig vertraut vor. Ein bunter Theaterabend mit prächtigen Kostümen und viel Musik, der sich publikumsnah, denk-anstössig, widersprüchlich und vielfältig zwischen Burleske und Tiefsinn bewegt», so umschreibt Regisseur Ueli Blum die diesjährige Produktion.

Villa als Kulisse
In der Inszenierung von Ueli Blum dient die Villa Schröder als Kulisse. Sie wurde Ende des 19. Jahrhunderts auf Tribschen gebaut im Geiste grossbürgerlicher Tradition. Dieser Repräsentationsbau steht für eine Welt, in der die Reichen bestimmen und die Armen zu dienen haben. Und mit seinen vielen Fenstern, Treppen, Vorbauten, Nischen und kleinen Balkonen eignet sich die Villa ganz besonders als Spielfläche für die turbulente, komödiantische Handlung.

Informationen zu den Freilichtspielen Luzern:
Seit 2005 entstanden acht namhafte Produktionen auf der Halbinsel Tribschen in Luzern sowie einmalig auf dem ewl-Areal Luzern. Durch die stetige Zusammenarbeit mit Zentralschweizer Kulturschaffenden sowie national bekannten Autoren und Regisseur:innen sind die Freilichtspiele Luzern in der Zentralschweiz kulturell stark verankert und geniessen darüber hinaus grosse Beachtung. Bühne frei also für Shakespeare auf Tribschen im Jahr 2022 – in einer neuartigen Mundartfassung.

Zum Stück
Charles Lewinsky (bekannt u.a. für das Drehbuch «Fascht e Familie» und «Fertig lustig» SRF) hat Shakespeares Klassiker in eine Schweizer Stadt verlegt. Die Männer kehren mit Trommeln und Pfeifen aus dem Krieg zurück in eine Welt, in der die Frauen ganz gut ohne sie zurechtkamen. Im heimischen Garten Eden, bei Festmahl, Trinkgelage und nächtlichen Maskenbällen wird nicht mehr mit Waffen gekämpft, sondern mit Worten und Gefühlen. Heiraten oder nicht heiraten? Auf der einen Seite Claudio und Hero, die lieber heute als morgen heiraten wollen, auf der anderen Seite Beatrice und Benedikt, die geschworen haben, sich niemals und unter keinen Umständen mit dem anderen Geschlecht einzulassen. Es geht um Freundschaft, Liebe und Eifersucht. Ein Spiel im Spiel, eine künstliche Welt der Oberfläche, des Scheins und der Illusion. Ein Maskenball ist da natürlich genau richtig: Der Mummenschanz und die Maskerade erlauben es fremde Identitäten anzunehmen und sich von gesellschaftlichen Zwängen zu befreien. Man verbirgt sein wahres Ich unter einer schützenden Larve.

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