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Ensemble Kumpane Schaffhausen | Vom Einsetzen und Absetzen

Das Schaffhauser Ensemble Kumpane setzt sich in seinem neuesten Tanztheater mit den Themen Arbeit und Engagement auseinander und fragt mittels Tanz, Text und Livemusik, wofür und wovon wir leben wollen.

Ein Bestseller!
Da war dieses Buchmanuskript. Es erzählte von einer Person, die ihr Leben nach ihren abseits des gesellschaftlichen Mainstreams liegenden Überzeugungen ausrichtete. Und die den Preis dafür bezahlte – ein Leben in ärmlichen Verhältnissen und Ärger mit staatlichen Organen. Eine historische Person und eine Schweizer Geschichte obendrein. Und somit eine Art von Literatur, die hierzulande zurzeit ziemlich gefragt scheint. Kurz: Ein Bestseller! Das dachte die Verlegerin, als sie das Manuskript gelesen hatte. Nun sitzt sie im Büro ihres kleinen Verlages. Die Produktion ist in den letzten Zügen, und Zweifel sind aufgekommen. Am ersten Kapitel. Am Buch überhaupt. Und so erhöht sich der Druck beim Warten auf den Druck. Dabei kämpft ihr Verlag sowieso schon ums Überleben. Und was ist ein Verlag, der nichts einbringt? Ein Hobby! Und ein teures dazu! Die Verlegerin steigt aus. Sie nimmt das Telefon nicht mehr ab und verschickt keine E-Mails mehr. Dann geht ein Schatten durch den Raum, und Papier segelt durch die Luft. Meine kleine Welt …

Gut eingespielt
Neben dem eingespielten Duo Tina Beyeler und Sebastian Krähenbühl agieren im Stück «Vom Einsetzen und Absetzen» die beiden Musiker Sandro Corbat und Ulrich Pletscher auf der Bühne. Mit mehreren Instrumenten erzeugen sie unterschiedlichste Sounds, vom blossen Geräusch bis hin zum tangoesken Instrumentalstück. Der Text von Andri Beyeler basiert teilweise auf historischem Material, aus Bruchstücken von Akten, Briefen und Zeitungsartikeln.

Kumpane Tanztheater
Die freie Tanz-Theater-Gruppe Kumpane wurde 2003 gegründet. In seinem Kern besteht das Ensemble aus der Choreografin Tina Beyeler, dem Autor Andri Beyeler und dem Schauspieler Sebastian Krähenbühl. In den einzelnen Produktionen werden mit weiteren Künstlern wechselnde Partnerschaften gebildet. Was in den Stücken von Kumpane als Gedankenspiel beginnt, wird nicht selten zum physischen Ringen um Worte, um Ausbruch, nach Luft. Tanz und Text gehen eine eigenwillige Verbindung ein. Gedachtes wird gesagt, Verschwiegenes in Bewegung gesetzt, Getanztes spricht.

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