Ein Londoner Anwalt reist nach Transsilvanien, ein unheimliches Schloss und ein noch merkwürdigerer Gastgeber erwarten ihn, und ein Sarg macht sich an Bord eines Schiffs auf die Reise nach England. Die Theatergesellschaft Sarnen haucht einer wohlbekannten Geschichte neues Leben ein und bringt Bram Stokers Roman in einer opulenten Inszenierung mit grossem Ensemble, Live-Musik und Chor auf die Bühne. An Halloween gibt es eine Mitternachtsvorführung.
DRACULA – Ein Hauch von Transsilvanien in Sarnen
- Publiziert am 13. Oktober 2026
Seit 1960: gelebte Theatertradition in Obwalden
Die 1960 gegründete Theatergesellschaft Sarnen hat sich dem Anspruch verschrieben, anspruchsvolles literarisches Theater auch auf dem Land einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Was von Alois Seiler, Eugen Rey, Edi von Wyl, Jules Portmann und Arnold Müller ins Leben gerufen wurde, ist heute ein fester Bestandteil des Kulturlebens in Obwalden. Jährlich erarbeitet der Amateurtheaterverein unter professioneller Regie eine Produktion und erreicht damit rund 1600 bis 2000 Zuschauer:innen. Möglich macht dies das Engagement von rund 80 Vereinsmitgliedern und weiteren Helfer:innen, die sich mit viel Einsatz in den unterschiedlichsten Bereichen einbringen – vom Schauspiel über Regieassistenz, Bühnenbau, Kostüme, Maske und Licht bis hin zu Organisation, Gastronomie und Vorverkauf. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, ihr Publikum zu unterhalten, zu begeistern und zum Nachdenken anzuregen. Mit «Dracula» bringt die Theatergesellschaft einen Klassiker des Schauerromans in einer opulenten Inszenierung mit grossem Ensemble, Live-Musik und Chor auf die Bühne.
Klassiker in neuer Fassung
Die Neufassung von Lina Gallati beruht auf Bram Stokers 1897 erschienenem Roman «Dracula» und widmet sich dem ersten Drittel des viktorianischen Schauer-Klassikers. Im Zentrum steht der Londoner Anwalt Jonathan Harker, der im Auftrag seines Berufs nach Transsilvanien reist. Auf Schloss Dracula begegnet er zunehmend rätselhaften und unheimlichen Vorgängen. Nach und nach wird ihm klar, dass er nicht mehr frei über sein Handeln bestimmen kann und auf dem Schloss festgehalten wird. Während er einen Ausweg aus seiner Lage sucht und seine Flucht vorbereitet, macht sich Graf Dracula in seinem Sarg an Bord des Schiffs Demeter auf den Weg nach England. Dort leben Harkers Verlobte Mina und deren Freundin Lucy. Die Inszenierung rückt dabei weniger den Kampf gegen den Grafen als vielmehr das schleichende Eindringen des Unheimlichen in den Alltag ins Zentrum. Mit ihrer Neuinterpretation richtet Lina Gallati den Blick auf die atmosphärische Dichte und die erzählerischen Details der Vorlage und nähert sich so dem Kern der ursprünglichen Geschichte.
Schauriger Männerchor
Für die musikalische Gestaltung zeichnen Johanna Schaub und Christoph Blum verantwortlich, die gemeinsam unter dem Namen «wilderbluescht» auftreten und sich mit Volksmusik aus unterschiedlichen Kulturen auseinandersetzen. Für «Dracula» greifen sie auf ein breites musikalisches Repertoire zurück und entwickeln eine Klangwelt, die eng mit der Atmosphäre des Stücks verwoben ist. Dafür haben sie einen achtköpfigen Männerchor aus erfahrenen Sängern zusammengestellt. Anstelle von Musik und Geräuschen ab Band oder elektronischen Effekten entstehen die Klänge unmittelbar auf der Bühne: Stimmen, Perkussion und gezielt eingesetzte Atemgeräusche tragen zur düsteren Grundstimmung bei. So entsteht ein unmittelbares, lebendiges Klangbild, das die unheimlichen Momente der Geschichte verstärkt und das Publikum mitten in die Atmosphäre des Geschehens hineinzieht.


