Ein wissenschaftliches Experiment wird zum tödlichen Albtraum. Mit JEKYLL & HYDE bringt das Theater St. Gallen ab dem 27. Februar 2027 einen der grossen Musicalklassiker auf die Bühne. Die Geschichte um den ehrgeizigen Arzt Henry Jekyll und sein grausames zweites Ich Edward Hyde verbindet psychologischen Thriller, grosse Gefühle und mitreissende Musik. Regie führt der mehrfach ausgezeichnete Gil Mehmert, der bereits mit WÜSTENBLUME und EINSTEIN – A MATTER OF TIME in St. Gallen Erfolge feierte. Das Sinfonieorchester St. Gallen spielt unter der musikalischen Leitung von Daniel Behrens eine eigens für die Produktion geschaffene Neuorchestrierung von Koen Schoots.
JEKYLL & HYDE – Der mörderische Kampf mit dem eigenen Ich
- Publiziert am 4. November 2026
Ein Arzt erschafft sein böses Alter Ego und verliert die Kontrolle: EKYLL & HYDE feiert am Theater St. Gallen seine Schweizer Erstaufführung.
Eine Eventvorschau von Alain Ziehbrunner
Ein Selbstversuch mit mörderischen Folgen
Dr. Henry Jekyll ist überzeugt, dass sich das Gute und das Böse im Menschen wissenschaftlich voneinander trennen lassen. Sein Ziel ist ebenso ehrgeizig wie gefährlich: Er möchte die dunklen Seiten der menschlichen Natur auslöschen. Doch seine Forschungen stossen auf Widerstand. Als ihm weitere Experimente untersagt werden, greift Jekyll zu einem radikalen Mittel und testet seine Erfindung an sich selbst. Mit verheerenden Folgen. Er verwandelt sich in Edward Hyde, einen skrupellosen Mann, der mordend durch das viktorianische London zieht. Zunächst gelingt es Jekyll noch, zwischen seinen beiden Persönlichkeiten zu wechseln. Doch Hyde gewinnt zunehmend die Oberhand. Aus dem wissenschaftlichen Experiment wird ein verzweifelter Kampf ums Überleben, bei dem Jekyll erkennen muss, dass er das entfesselte Böse möglicherweise nicht mehr aufhalten kann.
Vom Schauerroman zum Musicalwelterfolg
Die Vorlage lieferte der schottische Schriftsteller Robert Louis Stevenson mit seiner 1886 veröffentlichten Novelle «Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde». Über hundert Jahre später verwandelten der amerikanische Komponist Frank Wildhorn und der britische Autor und Liedtexter Leslie Bricusse den Stoff in ein Musical. Die Uraufführung fand 1990 in Houston statt, 1997 folgte die Broadwaypremiere. Wildhorn, der später auch Musicals wie DRACULA, BONNIE & CLYDE und DER GRAF VON MONTE CHRISTO komponierte, verbindet in JEKYLL & HYDE rockige Rhythmen mit grossen Orchesterklängen und gefühlvollen Balladen. Die Musik macht den inneren Konflikt der Hauptfigur ebenso erlebbar wie ihre Sehnsucht nach Liebe und Erlösung. Das Werk wurde zu einem der bekanntesten Musicals des Komponisten.
Ein düsteres Spektakel für St. Gallen
Für die Schweizer Erstaufführung setzt das Theater St. Gallen auf ein erfahrenes Kreativteam. Regisseur Gil Mehmert hat sich mit zahlreichen Inszenierungen als einer der profilierten Musicalregisseure im deutschsprachigen Raum etabliert. Für die Bühne zeichnet Jens Kilian verantwortlich, die Kostüme entwirft Falk Bauer, die Choreografie stammt von Simon Eichenberger. Gemeinsam mit dem Chor des Theaters St. Gallen und dem Sinfonieorchester entsteht eine aufwendige Produktion, die den psychologischen Horror der Geschichte mit der emotionalen Wucht des Musiktheaters verbindet. Dabei hat der über 130 Jahre alte Stoff nichts von seiner Aktualität verloren. Jekylls verhängnisvoller Versuch, die menschliche Natur wissenschaftlich zu kontrollieren, berührt auch heutige Debatten über die Grenzen des Machbaren und die Verantwortung für die Folgen des eigenen Handelns – insbesondere in Zeiten von KI.


