Der Förderverein junger Musiker:innen aus Altdorf bietet alle zwei Jahre jeweils am 1. Januar im traditionellen Tellspielhaus (Theater Uri) einen besonderen Konzertabend, hochkarätige Klassik zu moderaten Preisen. Dieses Mal spielte der Oboist Ángel Luis Sánchez Moreno. Von der Kritik für seinen Klang und seine Musikalität gelobt, gilt der 1995 in Madrid geborene Oboist als einer der vielversprechendsten Musiker seiner Generation. Das Urner Publikum zeigte sich dementsprechend begeistert.
Urner Neujahrskonzert 2026
Oboist Ángel Luis Sanchez Moreno traf im Theater Uri auf das Empyrean Orchestra unter der Leitung von Kevin Griffiths.
Ein neuer Player am Klassikhimmel – das Empyrean Orchestra
Mit dem Empyrean Orchestra ist 2025 ein neues Orchester entstanden. Der junge, international besetzte Klangkörper vereint hochqualifizierte Musiker:innen aus der Schweiz und dem Ausland und verbindet klassisches Repertoire mit innovativen Programmen sowie gesellschaftlichem Engagement. Gegründet und geleitet wird das Empyrean Orchestra von Kevin Griffiths (*1978 in London), der an der Royal Academy of Music London und am Royal Northern College of Music Manchester studierte und früh internationale Aufmerksamkeit erlangte, unter anderem mit dem 2. Preis beim Sir-Georg-Solti-Dirigentenwettbewerb. Von 2011 bis 2018 prägte er als künstlerischer Leiter und Chefdirigent das Collegium Musicum Basel. Seine Arbeit steht für die Verbindung von historischer Aufführungspraxis, zeitgenössischer Musik und einem klaren Fokus auf Nachwuchsförderung sowie soziale und Charity-Projekte.

Ausdruck und Kreativität
Ángel Luis Sanchez Moreno gewann nicht nur den Hauptpreis, sondern zusätzlich auch noch den Publikumspreis des 13th International Oboe Competition of Japan der Sony Music Foundation. Am 1. Januar 2026 bietet sich die besondere Gelegenheit, mit ihm ins neue Jahr zu starten. Die Jury des 13th International Oboe Competition of Japan der Sony Music Foundation sprach Ángel Luis Sanchez Moreno den Preis zu, da er «sich durch seinen Ausdruck, seine Kreativität und seine Klangfarbenvielfalt besonders hervorgetan hat». Der preisgekrönte spanische Musiker trat in bedeutenden Konzertsälen und bei renommierten Festivals der internationalen Musikszene auf, darunter im Royal Concertgebouw in Amsterdam, in der Berliner Philharmonie, beim Lucerne Festival, beim Ravello Festival, bei den BBC Proms oder beim Festival d’Aix-en-Provence.

Von Mozart bis Morricone
Das Programm des Neujahrskonzerts präsentierte sich ausgesprochen vielseitig. Es begann mit Wolfgang Amadeus Mozarts Sinfonie Nr. 1 in Es-Dur, die der kleine «Wolf» im zarten Alter von nur acht Jahren schrieb. Von Luigi Boccherini bekam das Publikum «La musica notturna delle strade di Madrid» zu hören. Einen absoluten Höhepunkt erlebte das Publikum vor der Pause: das Konzert für Oboe und Orchester in C-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart – das einzige Oboenkonzert, das der Grossmeister der Klassik je geschrieben hat. Nach der Pause stand einer der bekanntesten Titel der Filmmusikgeschichte auf dem Programm: «Gabriel’s Oboe», das ergreifende, melodische Stück von Ennio Morricone, das zum Synonym für den Film DIE MISSION geworden ist. Abgerundet wurde das Neujahrskonzert mit der Suite «Palladio» von Karl Jenkins, «Oblivion» für Oboe und Orchester von Astor Piazzolla sowie dem «Danse des sauvages» aus Les Indes galantes, der Ballettoper von Jean-Philippe Rameau – ein beeindruckender Konzertanlass zum Jahresbeginn. Zum Schluss begeisterten die «Melodien aus Holbergs Zeit» von Edvard Grieg, bevor eine Neujahrsüberraschung das Publikum sogar zum Mitsingen motivierte. Der unbestrittene Star des Abends war jedoch Ángel Luis Sánchez Moreno: Sein hochprofessioneller und zugleich ungemein zarter Oboenklang wird beim Publikum mit Sicherheit noch lange nachklingen.
