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Internationale Bodensee-Konferenz | Solos & Sights

Internationale Bodensee-Konferenz | Solos & Sights

Das Projekt führte zwölf Musiker:innen mit Migrations- und Fluchthintergrund zusammen, die seit weniger als zehn Jahren in der Bodenseeregion leben.

Solos & Sights will Kulturschaffende fördern und Chancengleichheit im künstlerischen Schaffen, indem es Künstler:innen in ihrer Arbeit unterstützt und inspiriert. Das Projekt wurde vom Kulturamt des Kantons Thurgau im Auftrag der Kommission für Kultur der Internationalen Bodenseekonferenz (IBK) im Jahr 2020 initiiert, insbesondere dank der Initiative von Martina Keller und Martha Monstein. Die künstlerische Leitung lag bei der Musikerin Simone Keller und dem Künstler San Keller.

Partizipativer und aktiver Schritt

Um den Prozess dieser Initiative zu formulieren und zu visualisieren, organisierten die künstlerischen Leiter:innen ab Mitte Januar zwei Tage lang Aufführungen und öffentliche Versammlungen als partizipativen und aktiven Schritt in Richtung des Publikums mit Ausblick auf die Abschlussveranstaltung des Projekts. Der Workshop diente dem gegenseitigen Kennenlernen und dem Auskundschaften der Stadt Frauenfeld. Eine der Herausforderungen für die Musiker:innen bestand darin, sich auf die verschiedenen Orte in der Stadt einzulassen und die richtigen «Sights» für ihre Soli zu finden. Aber: Den perfekten Ort gibt es nicht! Im Laufe des Workshops kam das Team zu Schluss, dass sie mit den gastgebenden Orten in einen Dialog treten können, indem sie selbst zu Gastgeber:innen werden und eine Annäherung an das Publikum schaffen, indem sie die Bedingungen des jeweiligen Ortes akzeptieren.

Gemeinsames Gehen

Während der Workshop-Tage konnten die Musiker:innen bereits Orte wie das Einkaufszentrum «Passage», die Shedhalle im Eisenwerk, Parkplätze und Tiefgaragen, die Terrasse des kantonalen Kulturamts und die Buchhandlung Marianne Sax in Frauenfeld erkunden. Für die Abschlussveranstaltung des Projekts, die am 25. Juni 2022 in Frauenfeld stattfand, organisierte das Team einen offenen Aufruf, der sowohl die lokalen Akteure als auch die Bevölkerung einlud teilzunehmen. Im Mittelpunkt der Abschlussveranstaltung stand nicht das kollektive Musizieren, sondern eine Art gemeinsames Gehen, an dem alle Anwesenden teilnahmen. Während der Veranstaltung spielte jede Musiker:in am einem «Sight» das eigene Solo und trat dafür aus der Gruppe hervor. Nach jeder Darbietung schloss sich die betreffende Person wieder mit der Gruppe zusammen, die ihren gemeinsamen Weg zum nächsten «Sight» wieder aufnahm. Der Spaziergang war eine publikumswirksame Initiative und eine Möglichkeit, die Öffentlichkeit auf die Veranstaltung aufmerksam zu machen, denn einen Tag lang erklangen in den Strassen Frauenfelds einladende Tenor- und Oud-Klänge, Gitarrensaiten und Rap.

Podcast und Performances

Während des Projekts waren die Musiker:innen an verschiedenen Initiativen beteiligt. Dazu gehörte auch ein Podcast Projekt mit Erik Altorfer, Rami Msallam und Anna Bertram, das Verfassen von Texten mit Usama Al Shahmani, gemeinsame Proben mit Simone Keller und humorvolle Performances mit San Keller. Worte, Melodien und Geschichten überlagerten sich und schufen so eine einzigartige Erfahrung.

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