Klassik
Impressionen Europäischer Kulturpreis 2022

Europäischer Kulturpreis 2022 | Staraufgebot in Zürich

Eine der populärsten Auszeichnungen Europas kam erstmals in die Schweiz. Viel Promis, ein musikalischer Brei und ein «Kapitalistischer Furz»

Geehrt wurden der in Zürich geborene Schauspieler Mario Adorf, das Schweizer Elektropop-Duo Yello, die Toten Hosen und Claudia Cardinale. Besonders aber auch diverse Klassikstars wie Camilla Nylund, Sol Gabetta, Bryn Terfel und Nigel Kennedy. Das Tonhalle-Orchester Zürich unter der Leitung von Paavo Järvi spielte ein Doppelrolle als Gastgeber und gleichzeitiger Preisträger. Auf dem Roten Teppich zeigten sich Prominente wie Iris Berben, die für Adorf die Laudatio hielt.

Europäischer Kulturpreis – Preisträger:innen 2022

Tonhalle-Orchester Zürich
Paavo Järvi
Nigel Kennedy
Sir Bryn Terfel
Sol Gabetta
Camilla Nylund
Die Toten Hosen
Yello
Mario Adorf
Claudi Cardinale

Die Toten Hosen als Orchesterfassung

Diese Kombinationen gab es in der ehrwürdigen Tonhalle Zürichs wohl noch nie: Die Toten Hosen und Yello, die Opernstars Bryn Terfel und Camilla Nylund, die Cellistin Sol Gabetta und der Kultgeiger Nigel Kennedy – sie alle traten am selben Abend in Zürich auf und zwar zusammen mit dem Tonhalle-Orchester Zürich unter der Leitung von Paavo Järvi. Dazu kamen mit Claudia Cardinale, Iris Berben und Mario Adorf drei Schauspiellegenden auf die Bühne. Es war wohl die bunteste Besetzung, die ein Konzertabend in der Tonhalle je hatte. Gespannt durfte man auf die Toten Hosen sein, die mit einer eigens erstellten Orchesterfassung von «Alles aus Liebe» auftraten. Das war lustig, musikalisch aber eher ein undefinierter «Brei». Das Tonhalle Orchester hat mit Sicherheit schon harmonischer geklungen..

Ein kapitalistischer Furz
Zu angeregten Diskussionen führte der Preis im Bereich Kunst. Ausgezeichnet wurde der deutsche Künstler Niclas Castello. Zuvor war er in den Schlagzeilen, weil auf der Rathausbrücke in Zürich, und zuvor in Venedig, seinen 186 Kilogramm schweren Goldwürfel aufgestellt hatte. «Ein kaptialistischer Furz» wie es ein Zürcher Goldschmied in der Neuen Zürcher Zeitung formulierte. Tatsächlich ist das Werk von Castello fraglich. Alleine der Materialwert soll 12 Millionen betragen. Möglich wurde es dank Crypto-Währung und einer dementsprechenden Verschwendung von Energie. Die protzige Arbeit ist das eine, besonders ärgerlich jedoch die Laudatio von Dieter Burchhart: «Mit seinem Werk hat er, Castello, die Kunstgeschichte buchstäblich zerstört, um sie neu zu erschaffen.» Es folgten weiter völlig unsinnige Übertreibungen.

Der Preis
Seit 2012 würdigt der Europäische Kulturpreis TAURUS Leistungen von herausragender europäischer Bedeutung. Leistungen von Künstler:innen oder Institutionen, die der Kultur und dem friedlichen Zusammenleben in Europa entscheidende Impulse geben, die andere zu neuen geistigen Abenteuern inspirieren und die Wegbereiter der Kultur sind.

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