Wenn es dunkel wird, greifen wir nach den Sternen, schieben eine Nachtschicht oder machen die Nacht zum Tag. Oder wir schlafen und träumen womöglich. Früher richtete man die Ruhezeiten nach dem Stand der Sonne. Heute verwischt sich die Grenze zwischen Tag und Nacht durch künstliches Licht. Das Museum Appenzell lädt ein, die Nacht aus kulturhistorischer Perspektive zu erkunden – mit ausgewählten Objekten aus der Sammlung.
Von Schlafzimmern, Sternen und Laternen
- Publiziert am 6. Januar 2026
Das Zimmer, das dem Schlaf gehört
Die Ausstellung «Nachts – Von Schlafzimmern, Sternen und Laternen» wirft einen besonderen Blick auf einen Raum, in dem wir einen Grossteil der Nacht verbringen und fast ein Drittel unseres Lebens: das Schlafzimmer. Erst im 19. Jahrhundert etablierte es sich zum privaten Rückzugsort. Seither haben sich sowohl die Ausstattung als auch unsere Schlafgewohnheiten stetig verändert. Bettstatt sowie Nacht- und Bettwäsche spiegeln Vorstellungen von Komfort, Mode und Hygiene wider.
Ewiger Tag
Längst gehört die Nacht nicht mehr dem Schlaf allein. Die Entwicklung zahlreicher Lichtquellen machte es möglich, die Nacht für Arbeit oder Vergnügen zu nutzen. Talg- und Öllampen, Laternen und elektrische Glühbirnen erzählen die Geschichte der künstlichen Beleuchtung. Auch das nächtliche Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen wird in der Ausstellung sichtbar. Die Fotografin und Künstlerin Luzia Broger porträtierte dafür Menschen, die nachts arbeiten, und gewährt Einblicke in einen Alltag jenseits des Tageslichts. Naturkundliche Zeichnungen aus dem 19. Jahrhundert sowie eine Sammlung einheimischer Nachtfalter zeigen Lebewesen, die erst im Schutz der Dunkelheit aktiv werden. Mit Blick in die Weiten des Sternenhimmels nähern sich weitere künstlerische Werke der Nacht – darunter Arbeiten von Raoul Doré und Vera Marke.
(Textgrundlage: Museum Appenzell)