Kulturgeschichte
© Napoleonmuseum Arenenberg | Um 1860 gelangte diese Luxusausführung eines ‹Damengewehrs› wohl in den Besitz von Kaiserin Eugénie, die die neuartige, im Geschmack des zweiten Kaiserreichs reich dekorierte Waffe wohl so sehr schätzte, dass Napoleon III. sie während seiner Gefangenschaft 1870/71 im Kasseler Schloss Wilhelmshöhe aus Frankreich auf den Arenenberg überführen liess.

Napoleonmuseum | Aux Armes!

Die Waffensammlung des Napoleonmuseums: das Vermächtnis des friedliebenden französischen Kaisers Napoleon III.

Napoleon III. gilt bis heute als ein begeisterter Waffensammler. Neben technischen Raffinessen faszinierte ihn dabei vor allem das handwerkliche Können der genialen Büchsenschmiede. Gerne liess er sich prachtvolle Waffen schenken oder gab solche in Auftrag. Diese Leidenschaft des Kaisers greift das Napoleonmuseum in seiner neuen Sonderausstellung auf und präsentiert die schönsten und interessantesten Stücke aus seinen der Öffentlichkeit bisher nicht zugänglichen Beständen.

Pazifist und Waffensammler

Der französische Kaiser Napoleon III. stand Kriegen eigentlich distanziert gegenüber. Und er gilt bis heute als einer der Gründungsväter des Internationalen Roten Kreuzes. Gleichzeitig sammelte und konstruierte er mit grosser Leidenschaft Waffen. Diese in Vergessenheit geratene Leidenschaft des Kaisers greift das Napoleonmuseum nun auf. In seinem Ausstellungsraum «Cinéma» präsentiert es die interessantesten Stücke aus seinen Sammlungen. Sie sind der Öffentlichkeit bisher unbekannt. Dabei kommen Liebhaber:innen feinster Kunstschmiedearbeiten genauso auf ihre Kosten, wie ausgesprochene Waffenspezialisten. Grosse Glasflächen ermöglichen eine Präsentation, die es erlaubt, Verzierungen und technische Raffinesse ganz aus der Nähe zu betrachten. QR-Codes ermöglichen darüber hinaus einen direkten Zugriff auf fachspezifische Informationen.

Das Napoleonmuseum Arenenberg in Kürze

Das 1906 gegründeten Napoleonmuseum Arenenberg ist das einzige deutschsprachige Museum zur napoleonischen Geschichte. Sein Forschungsgebiet reicht von der französischen Revolution bis zum Ersten Weltkrieg. Zu diesem Zweck unterhält das Haus wertvolle Sammlungen verschiedener Genres sowie ein umfangreiches Archiv. Seine ca. 25’000 Bände umfassende Forschungsbibliothek wird laufend erweitert. Seit einigen Jahren unterzieht sich das Napoleonmuseum einem Wandel. Zusätzliche Räume des ehemaligen Schlossguts Arenenberg erlauben es, aus dem bestehenden Haus ein modernes Institut zur Erforschung, Bewahrung und Präsentation der napoleonischen Geschichte zu entwickeln. Die Sammlung umfasst weltweit begehrte Ausstellungsstücke.

Mittler zwischen Ländern

Mit jährlich rund 30’000 Besuchern zählt das Museum darüber hinaus zu den Anziehungspunkten des Bodenseegebietes. Regelmässige Sonderausstellungen beschäftigen sich mit Facetten der napoleonischen Geschichte am Bodensee. Der umliegende Landschaftspark ist frei zugänglich. In der «Arenenberger Gartenwelt» können Besucher eine Gartenzeitreise en miniature erleben. Der Museumsshop bietet neben Napoleonika auch regional- und landestypische Produkte an. Aufgrund seiner Lage am internationalen Bodensee und seiner Geschichte versteht sich das Napoleonmuseum Arenenberg als Mittler zwischen den Staaten. Frankreich, die Schweiz, Deutschland, Italien, England, Polen, die USA: Es gibt praktisch kein Land zu dem die Familie Bonaparte von Schloss Arenenberg aus nicht in Verbindung stand. Dieser Tradition folgend unterhält das Napoleonmuseum umfangreiche internationale Kontakte.

Text: Napoleonmuseum

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