Kulturgeschichte
Player laden ...

Liechtensteinisches LandesMuseum | Pompeji – Pracht und Tod unter dem Vulkan

Wie schafft Direktor Prof. Dr. Rainer Vollkommer es immer wieder, Ausstellungen von diesem Format in Vaduz zu zeigen?

79 n. Chr. brach der Vulkan Vesuv aus und begrub die Städte Pompeji, Herculaneum Stabiae und Oplontis unter sich. Im Liechtensteinisches LandesMuseum werden die neuesten Erkenntnisse aus den Ausgrabungen sowie die Naturphänomene aus geologischer und vulkanologischer Sicht beleuchtet. Bekannte Originalobjekte aus Pompeji und Herculaneum sowie lebensechte Projektionen machen die Ausstellung zu einem einzigartigen Erlebnis.

Buch zur Ausstellung

Zur Ausstellung erscheint das Buch «POMPEJI – Pracht und Tod unter dem Vulkan».Der Katalog wie die Ausstellung zeigen bestens auf, welche Gefahren und Auswirkungen Vulkanausbrüche in sich bergen. Die untergegangenen blühenden römischen Städte Pompeji, Herculaneum und Stabiae stehen als Mahnmal für Naturkatastrophen, die jederzeit kommen können und auch kommen werden. Der Katalog ist im Liechtensteinischen LandesMuseumsShop und auf www.shop.landesmuseum.li erhältlich.

Liechtenstein erste Station

Ein prominenter Augenzeuge, Plinius der Ältere, führt die Besucher durch die Ausstellung: Beim Versuch mit seiner Militärflotte die flüchtenden Menschen zu retten, ist er selbst umgekommen.Die Ausstellung wurde in enger und mehrjähriger Kooperation zwischen dem Liechtensteinischen LandesMuseum, dem Nationalen Archäologischen Museum in Neapel, Expona aus Bozen und Contemporanea Progetti aus Florenz realisiert. Das Liechtensteinische LandesMuseum ist die erste Station dieser neugestalteten, internationalen Wanderausstellung.

Gigantische Schlammlawine

Im Jahr 79 n. Chr. brach der Vulkan Vesuv in der Nähe von Neapel aus. Durch gigantische Explosionen wurde Bimsstein ausgestossen. Der Einsturz des Gipfels verursachte einen 3 km breiten Krater. Glutflüssige Magma trat hervor. Es wurde durch schnelle Ausdehnung von Gasen als Asche und Lapilli in den Himmel geschleudert und bildete eine riesige Wolke in Form eines Pilzes, die Alles verdunkelte. Es begann zu regnen. Steine, Erdmassen, Asche und Lapilli (erstarrte Magmateilchen und Steinchen von 2 bis 64 mm Durchmesser) fielen herab. Immer wieder bebte die Erde. Risse gingen auf. Eine gigantische Schlammlawine näherte sich Herculaneum und begrub die Stadt bis zu 15 Meter unter sich. Ein Nordwestwind trieb die ausströmende Asche, Lapilli und die giftigen Gase nach Südosten, wo Pompeji und Stabiae lagen. Die Bewohner beider Städte erkannten zunächst nicht die Gefahr. Doch dann fielen so viel Asche und Lapilli, dass Panik ausbrach. Giftige Schwefelschwaden trieben mit dem Wind heran. Alle erstickten rasch an den Schwefeldämpfen oder unter dem sich mehrere Meter auftürmenden Aschenregen. Nach drei Tagen kam die Sonne wieder zum Vorschein. In einem Umkreis von 10 bis 15 km um den Vulkan war der Boden bis zu 15 Metern erhöht. Eine dokumentierte Rettungsaktion der römischen Flotte unter der Anführung des berühmten Naturwissenschaftlers Plinius dem Älteren war grösstenteils gescheitert. Die untergegangenen Städte gerieten in Vergessenheit.

Wiederentdeckung im 18. Jahrhundert
Erst im 18. Jahrhundert kamen die versunkenen Städte durch Ausgrabungen wieder allmählich zum Vorschein. Der Ausstellungskatalog schildert die Region vor, während und nach dem Ausbruch des Vesuvs. Grossartige bis einmalige Funde aus den Vesuvstädten werden repräsentiert. So fern uns dieses Ereignis erscheint, so nah sollte uns aber die Bedrohung durch Vulkanausbrüche im Gedächtnis bleiben. Dies Ausstellung und der Katalog bringt die Besucher*innen auf den neuesten Stand betreffend der Ausgrabungen und der Vulkanologie vor Ort. Viele neue Erkenntnisse über die römischen Städte der Region und zu der Tragödie des Untergangs sind hinzugekommen und erweitern die Perspektiven. In konstruktiver Zusammenarbeit mit seinen italienischen Kolleginnen Prof. Dr. Paola Petrosino und Dr. Tina Rispoli hat der Direktor des LandesMuseums, Prof. Dr. Rainer Vollkommer den Katalog wie auch die Ausstellung konzipiert. Liechtenstein ist die erste Station dieser neuen, sehr eindrücklichen und aufwändigen Wanderausstellung. Dank der zusätzlichen Zusammenarbeit mit Dr. Paolo Giulierini, Direktor des Archäologischen Nationalmuseums von Neapel können in der Ausstellung weitere, einmalige Originalexponate entdeckt werden.

Textgrundlage: LandesMuseum Liechtenstein

weniger lesen

Beiträge im Kontext

arttv Dossiers

Kulturnachrichten

CLICK Unser eMagazin