In seinen Grundzügen blieb dieses Förderformat während rund 25 Jahren unverändert. Im Rahmen ihres jüngsten Strategieprozesses hat die Stiftung nun alle Förderbereiche überprüft und neue Schwerpunkte definiert. Im Ressort Kultur fiel dabei der Entscheid, das bisherige Kulturprojekt-Format offen neu zu denken – orientiert an den strategischen Leitlinien Nachhaltigkeit, Interdisziplinarität und Partizipation. Die Neukonzeption erfolgt bewusst prozesshaft.
Dialog im Herbst 2025
Als ersten Schritt setzte die AKS im Herbst 2025 auf Dialogveranstaltungen. In fünf partizipativen und interdisziplinären Workshops tauschten sich Kulturschaffende, Kulturförderstellen sowie Vertreter:innen aus den Bereichen Soziales, Bildung, Wirtschaft und Umwelt aus. Rund 140 Personen nahmen daran teil. Moderiert von Urs Dätwiler und Simona Hofmann vom Verein Zukunftslabor Wettingen arbeiteten die Teilnehmenden mit Design-Thinking-Methoden an der Formulierung von Bedürfnissen und Ideen für künftige Fördergefässe.
Vier Themenfelder
In den Workshops zeigte sich, dass viele Anliegen vor allem grundlegende Fragen betrafen – etwa Einkommen, finanzielle Mittel oder Räume. Aspekte wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder Interdisziplinarität spielten eine geringere Rolle. Die meistgenannten Bedürfnisse und Ideen wurden in vier Themenfeldern gebündelt:
Verwertung
Im Zentrum steht die Frage, wie bestehende künstlerische Arbeiten länger und nachhaltiger genutzt werden können. Statt vor allem neue Produktionen zu fördern, soll geprüft werden, wie Werke häufiger, über längere Zeiträume und in verschiedenen Kontexten zugänglich gemacht werden können – etwa durch Tourneen, Wiederaufnahmen oder Ko-Produktionen. Diskutiert werden mehrjährige, phasenbasierte Fördermodelle sowie eine stärkere Vernetzung von Kulturinstitutionen.
Räume
Dieses Themenfeld befasst sich mit physischen und hybriden Räumen für künstlerisches Arbeiten und kulturelle Begegnung: Ateliers, Proberäume, Aufführungsorte, Kulturhäuser oder niederschwellige Treffpunkte. Im Fokus stehen Verfügbarkeit, Zugänglichkeit, langfristige Sicherung und multifunktionale Nutzung. Untersucht werden mögliche Modelle wie Sharing-Systeme, Zwischennutzungen, Raum-Börsen oder das Bespielen unerwarteter Orte.
Teilhabe
Ziel ist es, kulturelle Teilhabe durch gezielte Anreize zu stärken. Dabei geht es sowohl um aktive als auch passive Beteiligung unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen. Diskutiert werden Formate zur Senkung von Zugangshürden, etwa Schul- und Bildungsangebote, Gutscheinsysteme, Projekte an ungewohnten Orten oder Kooperationen mit sozialen und zivilgesellschaftlichen Akteur:innen. Ein besonderer Fokus liegt auf Inklusion und Barrierefreiheit.
Strukturförderung
Hier steht die langfristige Stärkung kultureller Strukturen im Zentrum. Thematisiert werden faire Löhne, professionelle Arbeitsbedingungen und nachhaltige Organisationsformen von Institutionen, Verbänden und fördernden Akteur:innen. Vorgesehen ist eine gezielte, zweckgebundene Vergabe von Fördermitteln mit klar definierten strukturellen Zielen, inklusive eines festzulegenden Anteils für Organisations- und Overheadkosten.
Weiteres Vorgehen
Die Kerngruppe Kulturprojekt 2.0 – bestehend aus Jacqueline Holzer, Barbara Schikorr, Reto Ambauen, Simona Hofmann und Patrick Ambord – wertete die Workshop-Ergebnisse aus und legte dem Stiftungsrat ein weiteres Vorgehen vor. Dieser nahm die Resultate zustimmend zur Kenntnis und beschloss, den eingeschlagenen Entwicklungsprozess fortzusetzen. Als nächster Schritt werden zu jedem der vier Themenfelder Arbeitsgruppen gebildet, unter Einbezug der jeweils relevanten Anspruchsgruppen. Diese Gruppen sollen die Fragestellungen vertiefen und bis Frühling 2027 konkrete, neue Fördergefässe für das Ressort Kultur entwickeln.