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© Ayse Yavas | Porträt Susanna Schwager

Susanna Schwager | Lamento – Brief an den Vater

Ihr neues Buch ist eine Kostbarkeit der kleinen literarischen Art

Susanna Schwager kennt man, wenn man die schweizerische Gegenwartsliteratur kennt: Über Jahre belegte sie Spitzenplätze in den Bestsellerlisten der Schweiz, sie wurde 2011 mit dem Schillerpreis ausgezeichnet und Urs Widmer attestierte ihr, dass sie für sich eine «eigene Literaturform erschaffen habe». Sie selbst sagt über sich, sie erfinde nichts, ihre Werke seien dokumentarische Literatur im Sinne der Oral History.

Susanna Schwager (*1959) war Lektorin beim Diogenes-Verlag. Mehrere Jahre lebte sie in Mexiko. Heute wohnt und schreibt sie in der Nähe von Zürich. Susanna Schwagers erfolgreiches Werk begann mit «Fleisch und Blut – Das Leben des Metzgers Hans Meister» (2004), in dem sie den Erinnerungen ihres Grossvaters eigene Worte verlieh. Mit «Die Frau des Metzgers» (2007) und «Ida – Eine Liebesgeschichte» (2010) vervollständigte Schwager die dokumentarische Familientrilogie – sie erhielt dafür den Preis für herausragende literarische Leistung der Schweizer Schillerstiftung. In der Laudation zum Schillerpreis 2011 attestierte ihr Urs Widmer, ein «eigenes Literaturgenre» erfunden zu haben. Mehrere weitere erfolgreiche Bücher, darunter ihr Werk «Das volle Leben – Frauen über 80 erzählen» (2007), das sich rund ein Jahr in den Top Ten der Bestsellerliste hielt, komplettieren Schwagers bisheriges Werk.

Zum Buch
Ein Trauergesang, dem wir lauschen und den wir weitergeben sollten. Und so beginnt er: «Ich will diesen letzten Brief an Dich im Imperfekt schreiben. Wahrscheinlich sagt Dir dieses Wort nicht viel, und ich will Dich nicht mit Grammatik langweilen. Das Imperfekt gefiel Dir aber immer. Vielleicht, weil es Nachdruck hat, Erhabenheit. Es ist die Form des ganz und gar Endgültigen, des für immer Vergangenen, der Hymnen auch. Zwar holpert und stakst es gelegentlich und ist nicht so geläufig wie die sogenannt vollendete Gegenwart, in der man meistens erzählt, dem Perfekt. Das Imperfekte scheint mir aber jetzt würdiger und perfekter als alles Perfekte einer noch so vollendeten Gegenwart.»

Textgrundlage: re-book

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