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Zielturm | Rotsee

Die Architektur-Fachpresse feiert den Zielturm am Rotsee, von Andreas Fuhrimann und Gabrielle Hächler aus Zürich entworfen und realisiert. Ein schlichter, eleganter Holzbau, der neben Funktionalität auch Poesie ausstrahlt.

Hybrider Charakter
Der dreigeschossige vorfabrizierte Holzkörper des Zielturms wird von einer Betonplattform und einer Betontreppe über dem Wasserspiegel gehalten. Dies widerspiegelt den hybriden Charakter des Gebäudes – die funktionale Sportnutzung während der Wettkämpfe im Sommer, aber auch den skulpturalen Baukörper auf dem Wasser während der restlichen Zeit. Die architektonische Ausprägung des prominent situierten Zielturms im Rotsee in malerischer Umgebung bedient praktisch funktionale wie auch ästhetische Anforderungen. Ähnlich einer klassischen «Drop sculpture» ändert sich seine Erscheinung je nach Standpunkt des Betrachters und integriert sich so in die Naturlandschaft, die sich im Tagesablauf und im Wechsel der Jahreszeiten ebenfalls kontinuierlich verändert. Die abstrakte Form hat einen hohen Erinnerungswert und schafft ein zurückhaltendes, identitätsstiftendes Zeichen für den Ruderclub; sie thematisiert aber auch die Funktion des Gebäudes, die kontextspezifische Erschliessungsweise und die Stapelung der Raumeinheiten. Die statisch wirksame Betonbrücke integriert die Zugänge vom Ufer und vom Wasser und verbindet sich mit der Aussentreppe ins erste Obergeschoss. Als Rückgrat formuliert und auf der hinteren, aber nicht minder prominenten Seite angeordnet, verankert sie den Turm in Ufernähe.

Der Zielturm schläft
Die ästhetische Wirkung des baumartigen Turms wird durch den geschlossenen Zustand bei eingezogenen Schiebeläden verstärkt. Die grossformatigen Schiebeläden verleihen der Fassade einen reliefartigen Ausdruck und dem Turm eine plastische hausartige Erscheinung. Darüber hinaus tragen sie zur energetischen Effizienz bei und wirken der Problematik des Vogelschlags entgegen. Bei Nichtgebrauch – was mehrheitlich der Fall ist, ausser in den drei Wochen im Juli während der Regatta – verfügt der Turm über einen enigmatisch wirkenden, geschlossenen Fassadenausdruck. Bei Anlässen wird der Ausdruck lebendig und überhöht den funktionalen und mehrzweckorientierten Charakter der Anlage.

Internationale Annerkennung
Wallpaper erteilte im Februar 2014 dem Zielturm den Design Award for Best Finishing Line und das Mark Architecture Magazine berichtete unter dem Titel «Towers over the lake of Gods» über den Finish Tower Rotsee Lucerne. Der Phaidon Atlas führt neben dem KKL das «Lake Rotsee Refuge» als sehenswerte Architektur im Raum Luzern auf.

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