Prägten sich in das kollektive Bewusstsein ein: Karl Heinz Weinbergers Fotografien von Halbstarken

Photobastei Zürich | Die Geschichte von Jim

Mit Porträts von Halbstarken wurde er weltberühmt, der schwule Zürcher Fotograf Karlheinz Weinberger alias Jim.

Wie (und wo) kann ein Fotograf in der Nachkriegszeit in einer noch weitgehend homophoben, auf jeden Fall heteronormativen Gesellschaft, Männer fotografieren, die ihm gefallen? In der legendären, in Zürich beheimateten, aber international ausstrahlenden Schwulenorganisation «Der Kreis» machte Weinberger unter dem Pseudonym «Jim» den Hoffotografen. Die Photobastei zeigt sein faszinierendes Lebenswerk in seiner ganzen, zum Teil auch provokativen Breite.

Lustvolle Männerporträts
Die Ausstellung zeigt Karlheinz Weinberger (10. Juni 1921 bis 10. Dezember 2006), wie man ihn wohl noch nie gesehen hat: als Menschen, als Zürcher und als Liebhaber der männlichen Erotik! Die Ausstellung geht dabei weit über die Porträts der Halbstarken hinaus, mit welchen er sich in das kollektive visuelle Gedächtnis vieler eingeschrieben hat. Weinbergers lustvolle Männerporträts sind bildstarke, freigeistige und selbstbewusste Antworten auf eine grundlegende gesellschaftliche Problemstellung der Nachkriegszeit, in der Homosexualität noch stark tabuisiert wurde. Weinberger dokumentierte die diversen Partys und Varieté-Abende und ihre Besucher der Schwulenorganisation «Der Kreis», was ihn erklärtermassen aber nur mässig interessierte. Mit mehr Enthusiasmus steuerte er für das gleichnamige und an Abonnenten in der ganzen Welt verschickte Magazin homoerotische Portraits bei.

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