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Nidwaldner Museum | Arnold Odermatt

Leidenschaftlich knipste Arnold Odermatt als Verkehrspolizist ein Leben lang Autounfälle.

Dass es sich dabei um grosse Kunst handelte, erfuhr der Nidwaldner erst Jahre später – als Harald Szeemann die Bilder 2001 an der Biennale in Venedig ausstellte.

Das Dorf als Welt
Wolfenschiessen, Ennetmoos, Buochs und Stans heissen die Schauplätze; Heuwagen, Motorrad und Cabrio sind die Transportmittel. Arnold Odermatt, Vizekommandant der Nidwaldner Kantonspolizei, interessierte sich nie für das Spektakel oder die menschliche Tragik hinter den Autounfällen. Mit künstlerischem Auge suchte er stets nach dem besten Blickwinkel, um die «Karambolagen» stilvoll abzufotografieren und sogar dem Hintergrund eine passende Rolle einzuräumen. In der gleichen spröden Manier inszenierte er auch den Polizeialltag oder seine Familie, so dass stets mehr als bloss Erinnerungsbilder entstanden. Erst nach der Pensionierung entdeckte sein Sohn Urs Odermatt bei der Recherche zum Spielfilm «Wachtmeister Zumbühl» die Fotos seines Vaters und stellte sie zu den Werkreihen «Karambolage», «Im Dienst», «In zivil» und «Feierabend» zusammen. 2001 lud Harald Szeemann Arnold Odermatt an die Biennale Venedig ein. 2002 zeigten The Art Institute of Chicago und 2004 das Fotomuseum Winterthur Odermatts Arbeiten.

Ausstellung und Dokumentarfilm
Die Ausstellung «Das Dorf als Welt» in der Heimat des mittlerweile 88-jährigen Fotografen zeigt Bilder Odermatts im Wechselspiel zwischen Öffentlichkeit und Privatheit und thematisiert zugleich die Eigenheiten des Dokumentationsmediums Fotografie. Praktisch zeitgleich wird Arnold Odermatt diesen Herbst auch ausführlich vor der Linse zu sehen sein: Die Regisseurin Gitta Gsell widmet dem Erfinder der Polizeifotografie einen Dokumentarfilm mit dem Titel «Karambolage».

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