Als in Kriens 1898 das erste Fotoatelier der Region Luzern eröffnet wurde, gab es noch nicht viele Bilder aus der Gegend. Umso einmaliger sind deshalb die Fotografien des Atelier-Gründers Emil Kreis. Die Ausstellung des Museums im Bellpark in Kriens ermöglicht nun erstmals einen umfassenderen Blick in die Gesellschaft dieser Zeit mit einer Auswahl von 180 Bildern.
Museum im Bellpark | Emil Kreis
Ein unerwarteter Kellerfund von 3000 Glasplattennegativen führte zu einer Ausstellung, die uns Bilder einer vergangenen Zeit zeigt.
Der Krienser Chronist
Emil Kreis (1869-1929) gehört zu den bedeutendsten Industriefotografen der Region Luzern um 1900 und hat als erster Fotograf mit eigenem Atelier die Menschen in Kriens mit seiner Kamera festgehalten. Fachlich bestens ausgebildet liess er sich mit seiner modernen Fotoausrüstung in den 1890er Jahren in Kriens nieder. Er heiratete die Krienserin Maria Agatha Zons und fand Anstellung als Werkfotograf bei der Maschinenfabrik Theodor Bell AG. Parallel zu seinen hauptberuflichen Aktivitäten porträtierte er in seinem Fotostudio im Neuquartier grosse Teile der damaligen Krienser Bevölkerung. Seine Ansichten sind unschätzbare historische Dokumente des Krienser Dorflebens von damals.
Vom Keller ins Museum
Der Nachlass von Emil Kreis wurde der Gemeinde Kriens im Jahr 1999 durch eine Schenkung der Nachkommen überlassen und befindet sich seither im Museum im Bellpark. Bereits im Jahr 2000 stellte das Museum im Bellpark eine kleine Auswahl seiner Bilder vor. Der Bestand konnte in den letzten Jahren durch die wertvolle Unterstützung von Memoriav, dem Verein zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturgutes der Schweiz, gesichert und aufgearbeitet werden. Mit der aktuellen Ausstellung wird nun erstmals ein umfassender Einblick in diesen bemerkenswerten Fotobestand möglich. Die Fotografien machen eine Welt um 1900 sichtbar, von der bisher angenommen wurde, dass nur wenige Bilder existieren – ein eindrückliches Erlebnis.