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Museum Eduard Spörri | un-heilig

Was ist uns eigentlich noch heilig – und wer entscheidet darüber?

Die Jubiläumsausstellung anlässlich des 15-jährigen Bestehens der Stiftung Eduard Spörri lädt zur Reflexion über unsere Vorstellung von «heilig» ein. Wer bestimmt eigentlich, was heilig ist? Wer, was schützenswert ist und was nicht? Zu sehen sind Werke von 15 Kunstschaffenden der letzten 100 Jahre. Darunter auch Arbeiten vom 1995 verstorbenen Bildhauer Eduard Spörri. Er ist neben Ernst Suter der bekannteste gegenständliche Bildhauer des Kantons Aargau.

Kurzbiographie Eduard Spörri (1901-1995)

Eduard Spörri wurde am 21. Januar 1901 in Wettingen geboren. Einer Bildhauerfamilie entstammend, besuchte er nach seiner Kindheit und Jugend von 1917 bis 1919 die Kunstgewerbeschule in Zürich. Nach seiner Lehre beim Bildhauer Turo Rossi in Locarno im Jahr 1920 belegte er im Folgejahr bis 1923 bei Joseph Wackerle an der Kunstgewerbeschule in München Kurse, wo er Ernst und Max Gubler und Heinrich Müller kennenlernte. In den zwei Folgejahren besuchte er die Münchner Kunstakademie und bildete sich bei Hermann Hahn weiter. Hier kam er mit dem Schaffen von Adolf von Hildebrand und Wilhelm Lehmbruck in Berührung, welche ihn als Vorbilder prägten. Um die väterliche Werkstatt zu übernehmen, kehrte er 1924 nach Wettingen zurück. Kurze Zeit später gab er diese jedoch wieder auf, um sich vollständig der künstlerischen Bildhauerei zu widmen. Ein Studienpreis der Eidgenossenschaft (1929) ermöglichte ihm eine Studienreise nach Rom und Neapel. Ein weiteres Eidgenössisches Kunststipendium diente der Finanzierung eines Aufenthaltes in Paris in den Jahren 1931 und 1932. Hier lernte er das Werk von Aristide Maillol und Auguste Rodin kennen und schätzen. Diese Begegnung war prägend für sein künftiges künstlerisches Schaffen. Im Jahr 1929 heiratete er Rosa Bachofner, die ihm für etliche Frauenfiguren Modell stand. Zu seinen Freunden zählte neben den Gebrüdern Gubler auch Gianfranco Bernasconi und der französische Bildhauer Marc Leroy. In seiner Freizeit pflegte er wie sein Vater die Jagd und seinen Weinberg. Er wurde neben Ernst Suter zum bekanntesten gegenständlichen Bildhauer des Kantons Aargau. Nach einer langen und intensiven Schaffenszeit im Wettinger Atelier verstarb Eduard Spörri am 1. Juli 1995. Sein Werk umfasst Skulpturen (u.a. Brunnenfiguren), Plastiken, Gemälde, Lithographien, Radierungen, (Rötel-)Zeichnungen, Druckgrafiken, Reliefs und Aquatintaarbeiten. Das Museum Eduard Spörri wurde im Jahr 2008 am Standort des Ateliers in Wettingen, Aargau, Schweiz, errichtet. Seither ist es Treffpunkt des Freundeskreises und bietet Platz für thematische Ausstellungen, Führungen, und kulturelle Veranstaltungen.

«Heiliger Strohsack», «Gütiger Himmel!» «Himmelherrgott»

…
Täglich verwenden wir Ausrufe der Verwunderung, der Bestürzung oder auch scherzhafte Redensarten. Dass wir dabei (un–)heilige Wörter verwenden, ist vielen bisweilen gar nicht bewusst.

 Weniger Humor und Ironie als beim Sprachgebrauch versteht man jedoch mit Heiligenbildern und -symbolen: Verbotene Kreuze im Schulzimmer oder auf dem T-Shirt, zerstörte Buddhastatuen in Afghanistan, missachtete Menschenrechte und gebrochene Schwüre von Staatspräsidenten …
 Die Jubiläumsausstellung anlässlich des 15-jährigen Bestehens der Stiftung Eduard Spörri lädt zur Reflexion über unsere Vorstellung von «heilig» ein. Das (Un–)Wort «un-heilig» ist dabei eine Wortspielerei und stellt die Werke zahlreicher Kunstschaffender mit einem Augenzwinkern in einen wechelseitigen Dialog.

 Zu sehen sind skulpturale und bildnerische Kunstwerke der letzten rund 100 Jahre. Figürliche Arbeiten von Eduard Spörri, Walter Huser und Erwin Rehmann werden mit Werken und Installationen zeitgenössischer Kunstschaffender präsentiert. Dabei stehen auf zwei Etagen Heiligenfiguren, Grabmalskizzen und -studien mit ernsthaftem Anspruch den frischen, jungen Arbeiten ohne Moralpredigt gegenüber. Die skulpturalen Werke von Eduard Spörri im Aussenraum erweitern die Ausstellung, so auch der Engel auf dem Zwyssig-Denkmal beim Kloster Wettingen. In einem längerfristigen Projekt erfasst das Museum sämtliche seiner Figuren im öffentlichen Raum und macht sie als Eduard Spörri-Trail in der Actionbound-App zugänglich.

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