Architektur
Mario Bottas Wellness-Therme FORTYSEVEN in Baden AG | © Gianni Baumann

Mario Bottas Wellness-Therme feiert ihren 1. Geburtstag

Vor knapp einem Jahr, mitten in der Corona-Pandemie, wurde Badens neues Flaggschiff, die Wellness-Therme FORTYSEVEN eröffnet.

Zwar haben diverse Baumängel die Investoren, Betreiber und Besucher:innen genervt. Aber die wesentlichen Gründe, warum anfänglich rund 20 Prozent weniger Gäste als erwartet das neue Badener Thermalbad besuchten, sind andere. Die Betreiber der Anlage haben die Mängel inzwischen ausgemerzt und hoffen nun auf coronafreie Zeiten. Aber wie kann Bottas Bau eigentlich architektonisch prunkten?

Über die Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden:

Die 1957 gegründete Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden bezweckt den gemeinnützigen Betrieb von Rehabilitationskliniken, Ambulatorien und weiteren der Gesundheit und dem Wohlergehen dienenden Institutionen und Einrichtungen. Des Weiteren setzt sie sich für die Förderung der Kurorte Bad Zurzach und Baden ein. Zur Stiftungsgruppe gehören unter anderem die ZURZACH Care Gruppe, das Weiterbildungszentrum RehaStudy, Gastronomie-Betriebe, die Aqualon-Therme in Bad Säckingen/D sowie die Wellness-Therme FORTYSEVEN in Baden. Assoziiert und in enger betrieblicher Verbindung stehen die Therme Zurzach und TCM Ming Dao in Bad Zurzach

Über die ThermalBaden AG

Sie ist die Betriebsgesellschaft der Wellness-Therme FORTYSEVEN mit Sitz in Baden. Vorsitz des Verwaltungsrates der Aktiengesellschaft, welche zu 100% im Besitz der Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden ist, hat René Kamer. Die Geschäftsführung obliegt Nina Suma, welche seit November 2019 in ihrer Funktion amtet.

Gäste mögen es lieber nackt

Mitten in der Corona-Pandemie und unter strengen Massnahmen konnten vor knapp einem Jahr die ersten Gäste in der Wellness-Therme FORTYSEVEN empfangen werden. Nicht der beste Startzeitpunkt für ein Thermalbad. Der Name FORTYSEVEN kommt übrigens vom Badewasser mit seinen 47 Grad Temperatur. Für Unmut bei den Besucher:innen sorgten die Öffnungszeiten an den Wochenenden. Nur bis 20.00 Uhr konnte man die Anlage geniessen. Inzwischen haben die Betreiber die Öffnungszeiten auf 22.00 Uhr verlängert. Ein regelrechtes NO-GO waren aber die Textilsaunen, die bei jeder richtigen Saunagängerin und bei jedem richtigen Saunagänger unmittelbares Kopfschütteln auslösen. Textilsaunen existieren zwar immer noch, wurden aber im Vergleich zu den Nackt-Saunen reduziert. So ist die Limmatsauna – wohl das Herzstück der Saunaanlage – inzwischen zum Nackt-Bereich umgebaut worden.

Fokus Architektur

In diesem Beitrag interessiert uns aber in erstere Linie die Architektur von Mario Botta. Bottas Bau, mit dem er sich gegen Bétrix & Consolacio, Max Dudler und Christian Kerez durchsetzen konnte, überzeugt durch seine strukturelle Klarheit und damit auch betriebliche Effizienz. Diese überaus klare Gliederung erzeugt eine nutzerfreundliche und betrieblich durchdachte Raumführung. Auffallend ist die Grösste des Komplexes, der wie oft bei Neubauten in der Schweiz aus wirtschaftlichen Gründen den vorhandenen Raum überproportional beansprucht. Während das eigentliche Bad den Bewohner:innen gefällt, stösst das angegliederte Wohnhaus mehrheitlich auf Ablehnung. Beide Gebäudeteile bestechen aber durch ihre hochwertigen Materialen, was allerdings bei einem Stararchitekten wie es Mario Botta vorausgesetzt werden kann.

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