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Landesmuseum Zürich | Gut zum Druck

Eine Zeitreise durch die gestalterischen Highlights der Druckerei Wolfensberger – mit dem Metallgeruch der alten Druckpresse und dem Ölduft der Farben in der Nase, verlässt man inspiriert die Ausstellung.

Grafik, Kunst und Kommerz im Landesmuseum Zürich
Die farbige Ausstellung gibt Einblick in die Geschichte und den Betrieb der am Schnittpunkt von Kunst und Kommerz gelegenen Firma J.E. Wolfensberger. Sie zeigt nach Jahrzehnten geordnet eine breite Palette erstklassiger Drucksachen, von kleinformatiger Reklame über Originalgrafik und Kunstreproduktionen bis zum Plakat. Ein besonderes Augenmerk gilt der Vision des Firmengründers, der 1911 in einem Neubau die Druckerei, die Ateliers und eine Kunstgalerie unter einem Dach vereint.

Tradition und Schenkung
Die traditionelle Technik des Steindrucks wird anhand einer von Samuel Buri geschaffenen Künstlergrafik veranschaulicht. Die Mehrzahl der Exponate stammt aus einer – durch die Swiss Graphic Design Foundation vermittelten – Schenkung der Nachfahren von J. E. Wolfensberger an das Schweizerische Nationalmuseum.

Der Visionär
Johann Edwin Wolfensberger (1873–1944) hat 1911 im imposanten Neubau Geschäfts – und Wohnräume, Druckerei, Ateliers und Kunstgalerie unter einem Dach vereint. Sein Ziel war es, der Schweizer Kunst eine neue Plattform zu geben und im grafischen Gewerbe neue Massstäbe zu setzen. Mit Erfolg hat sich J. E. Wolfensberger denn auch für die Durchsetzung eines einheitlichen Plakatformats eingesetzt, das er als visionärer Unternehmer optimistisch als «Weltformat» bezeichnete. Seine Abmessungen von 90,5×128 Zentimeter blieben allerdings bis heute eine rein schweizerische Norm des F4.

Elf Jahrzehnte Qualität und Kreativität
Den farbigen Höhepunkt der Ausstellung bildet die von Samuel Buri im Frühling 2013 geschaffene Künstlerlithografie «Gut zum Druck». Der von Thomi Wolfensberger auf einer Steindruck-Schnellpresse aus dem Jahr 1905 gedruckte Zwölffarbendruck veranschaulicht mitsamt den dazugehörigen Zustandsdrucken, Steinen und Farben die anspruchsvolle Technik des Steindrucks. Das bei Wolfensberger erst in den fünfziger Jahren eingeführte Offsetverfahren wird am Beispiel des Ausstellungsplakates erläutert. Mit der Ausstellung über den «Wolfsberg» und seinen Gründervater zeigt das Landesmuseum Zürich auch Werke von Oskar Kokoschka, Otto Dix, Cuno Amiet, Henry Moore, Fischli/Weiss, Samuel Buri, Shirana Shahbazi und vielen anderen, eine Ausstellung, die sowohl als Spiegel der Zeit wie auch einfach als Sammlung grossartiger Kunst gesehen werden kann.

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