Kunst
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Kunstmuseum St. Gallen | Ausstellung Metamorphosis Overdrive

Alltägliches verwandelt sich in Fantastisches, Objekte laden sich mit Bedeutung auf. «Metamorphosis Overdrive» vereint acht Positionen in einer Schau.

Und plötzlich ist vieles anders: Die Ausstellung über Transformationen, Verschiebungen und Veränderungen im Kunstmuseum St. Gallen wurde zwar vor den Nachrichten über das Corona-Virus konzipiert – erhält damit aber zusätzliche Aktualität …

Das Gesicht der Maschine
Der Scheinwerfer eines Autos erhält plötzlich ein Antlitz und scheint der Betrachterin oder dem Betrachter entgegenzublicken – die Grenze zwischen Mensch und Maschine, Leben und Funktionieren verschwimmen. Das Werk des deutschen Künstlers Yngve Holen zeigt, worin es in der Ausstellung von Kurator Lorenzo Benedetti mit acht internationalen Positionen geht: «Metamorphosis Overdrive» lässt Objekte eine Verwandlung von absurden Formenanordnungen zu eigenartig vertrauten Arrangements vollziehen. Sie stehen für eine prototypische Ästhetik der Skulptur, in der alltägliche Formen zu visionären Objekten werden. Die Präsentation untersucht die Obsession der Konsumgesellschaft für Objekte, hinterfragt deren Anziehungskraft und deckt deren Frustrationspotenzial auf. Die Dynamik von Anziehung und Abstossung ist den Werken der Ausstellung inhärent.

Industrielles wird poetisch
Während die Konsumgüterindustrie die Obsoleszenz absichtlich einbaut, um den Konsum anzukurbeln, ist diese in der Kunst nicht negativ konnotiert und spielt eine tragende Rolle. Trotz ihrer kühlen Ästhetik und der standardisierten, industriellen Erscheinung etablieren die Werke eine emotionale und poetische Beziehung zu den Betrachtenden.

Mit Corona zusätzlich aktuell geworden
Gemäss Kurator Benedetti geht es in der Ausstellung auch um die Schnelligkeit von solchen Transformationen. Das zeige sich jüngst gerade angesichts der Corona-Krise. Neue Bewertungen und Zuschreiben wirken sich rasant auf Alltag und Gesellschaft aus. In der im vergangenen Jahr konzipierten und unerwartet zusätzlich aktuell gewordenen Ausstellung klingt das Thema Medizin in der Arbeit «Sang» (Blut) französischen Künstlers Camille Blatrix an.

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