Kunstmuseum Liechtenstein | Reservoir Moderne

«Reservoir Moderne» präsentiert Werke aus der Sammlung des Kunstmuseums Liechtenstein. Sie ermöglichen uns, die Moderne neu zu entdecken.

Die Künstler der Ausstellung befragen konzeptionelle, programmatische und formale Traditionen des frühen 20. Jahrhunderts, die sich als Parameter festgeschrieben haben. Sie suchen nach Spuren, die alternative Rezeptionsweisen erschliessen, und so den Besucher*innen Wege für eine ungeahnte Verortung in der Kunstgeschichte eröffnen.

Die Moderne als Inspirationsquelle und Archiv
Bei dem eingeleiteten Prozess spielt das Moment der Inspiration, das in der Neubewertung der Vergangenheit liegt, eine bedeutende Rolle: Die Moderne wird zum Reservoir. Einbegriffen liegt darin, das Kunstwerk aus seiner repräsentativ gewordenen Rolle wieder herauszuführen und anzuschliessen an seine ursprünglichen Entstehungsbedingungen, als auch an seine Auswirkungen auf die menschliche Erfahrung. Im Versuch, den offenen Charakter der Kunstwerke zu bewahren und ihren Diskurs weiterzuführen, verbirgt sich zugleich die künstlerische Aufarbeitung der Avantgarden mit ihrer zuweilen konfliktreichen und ambivalenten Geschichte.

selbstreflexiv und konzeptuell
Die Herangehensweisen der gezeigten Künstler*innen sind selbstreflexiv und konzeptuell geprägt. Recherche, Aneignung, Wiederholung, Reenactment, Narrativ, Reportage und Archivierung sind Mittel, die in verschiedener und offener Weise eingesetzt werden, um die Grenzen der Erinnerung und der Subjektivität der jüngeren Vergangenheit zu aktualisieren. Bezugspunkt ist immer wieder das Werk von Marcel Duchamp. Mai-Thu Perret etwa entwickelt seit 1999 vor allem in der Auseinandersetzung mit den Protagonistinnen der Klassischen Moderne und von ihrer fiktiven Erzählung «The Crystal Frontier» ausgehend ein umfangreiches Projekt eines virtuellen weiblichen Gesellschaftsmodell für eine mögliche Zukunft. Saâdane Afif hingegen setzt sich in seinem Werk «Fountains» mit der Rezeptionsgeschichte eines Schlüsselwerks der Moderne, Marcel Duchamps «Fountain» von 1917 auseinander. Und Mario García-Torres widmet sich in seiner Installation «A List of Names of Artists I Like (Or Cubism Seen Under a Specific Light)» einer legendären Notiz von Pablo Picasso im Vorfeld der ersten Armory Show 1913.

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