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Kunsthaus Zug | Alfred Kubin

Der österreichische Künstler Alfred Kubin (1877–1959) blickte mit seinen Werken zwischen den Weltkriegen in die Abgründe der Menschheit. Kurator Matthias Haldemann nimmt uns mit auf einen Rundgang durch die Ausstellung.

Zeitgenossen und Artverwandte
Das Kunsthaus Zug zeigt rund 150 Arbeiten aller Schaffensperioden aus der hochkarätigen Kubin-Sammlung des Wiener Leopold Museums, ergänzt mit eigenen Beständen und mit Antworten von Werken anderer Künstler seiner Zeit und seiner Themen. Die Besucher können eintauchen in Kubins einzigartiges Traumreich mit seinen berückenden Fantasiebildern der menschlichen Psyche und Vergleiche ziehen – zum Beispiel zu Klimts Blumenbildern oder Frauenakten.

Grafiker, Illustrator, Autor
Alfred Kubin studierte ab 1898 in München und war, obwohl er seit 1906 im abgeschiedenen Zwickledt in Oberösterreich lebte, Mitbegründer der Neuen Künstlervereinigung München und Mitglied des ‹Blauen Reiters›. Künstlerkollegen wie Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Franz Marc und Fritz Wotruba schätzten sein Werk. Kubin war nicht nur überhaupt der erste Künstler, der sein Schaffen ganz der Grafik verschrieb, sondern er war auch ein wichtiger Autor. Der von ihm verfasste und illustrierte fantastische Roman ‹Die andere Seite› erschien 1909. Danach illustrierte Kubin über Jahrzehnte hinweg rund 60 Bücher anderer Autoren wie Edgar Allan Poe, Fjodor Dostojewsky, August Strindberg, Jean Paul, Hugo von Hofmannsthal oder Elias Canetti. Die Ausstellung thematisiert die Doppelbegabung von Kubin als Zeichner und Autor im Spannungsfeld von Bild und Wort.

Antworten auf sein Werk
Aus der Sammlung stammende Werke von Richard Gerstl, Oskar Kokoschka, Egon Schiele, Wassily Kandinsky, Franz Marc, Paul Klee, August Macke und Fritz Wotruba, aber auch von Karl Friedrich Schobinger, Kurt Seligmann, Max von Moos, Miriam Cahn und Annelies Štrba antworten auf das eigenwillige Œuvre Kubins und situieren es anhand von ausgewählten Beispielen in einem grösseren Kontext zwischen der Wiener Moderne, dem ‹Blauen Reiter› sowie symbolistischen und surrealen Tendenzen. Der Wiener Peter Kogler interveniert mit einer Videoinstallation mit Ratten.

Alfred Kubin – Gustav Klimt
Aus Anlass von Gustav Klimts 150. Geburtstag im Jahr 2012 hat das Kunsthaus Zug mehrere wichtige Arbeiten für grosse Ausstellungen nach Wien ausgeliehen. Jetzt sind alle Klimt-Werke wieder im Kunsthaus Zug und als Abschluss der Ausstellung in einem eigenen Saal zu sehen, mit Gemälden und rund 30 Papierarbeiten der Stiftung Sammlung Kamm, ergänzt mit Leihgaben des Leopold Museums Wien.

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